Erich Fried Preis 2007
Der Autor und Übersetzer Peter Waterhouse erhält den mit 14.600 Euro dotierten Erich Fried Preis 2007 - so hat es die diesjährige alleinige Jurorin Ilma Rakusa entschieden. Der Preis wird von der Internationalen Erich Fried Gesellschaft für Literatur und Sprache seit 1990 vergeben, gestiftet ist er vom österreichischen Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur.

Die Preisverleihung fand am Sonntag, dem 25. November 2007, um 11 Uhr, im Rahmen der 10. Internationalen Erich Fried Tage im Literaturhaus in Wien statt.


Lesen Sie hier die Laudatio der alleinigen Jurorin Ilma Rakusa: Laudatio
und die Rede des Preisträgers Peter Waterhouse: Es ist nicht, was es ist


Das Programm

Begrüßung: Kurt Groenewold, Vorsitzender der Erich Fried Gesellschaft
Einführende Worte: Klaus Amann, Präsident der Erich Fried Gesellschaft
Laudatio: Ilma Rakusa, alleinige Jurorin
Preisverleihung: Mag. Andrea Ecker, Sektionsleiterin Kunstsektion BMUKK
Vortrag: Peter Waterhouse


Ilma Rakusa, selbst Autorin und Übersetzerin, in ihrer Jurybegründung:

"Peter Waterhouse gehört zu den eigenwilligsten Stimmen der neueren deutschsprachigen Literatur. Seit den frühen achtziger Jahren beschäftigt er sich in Gedichten, Prosatexten, Theaterstücken und poetologischen Essays mit der Frage, wie Sprache und Welt sich zueinander verhalten. Seine tastende Annäherung an Dinge, Landschaften und Menschen lotet dieses paradoxe Verhältnis immer neu aus und schafft im emphatischen Sinne Epiphanien. Waterhouse's Werke sind nie behauptend, doch ihre leise, nach Ganzheit strebende Insistenz prägt sich dauerhaft ein. Besonders beeindruckend ist der große Roman (Krieg und Welt) [2006], der die Suche nach dem Vater und der eigenen Vergangenheit im Wechselspiel von Dekonstruktion und Rekonstruktion, von Frage und poetischer Beschwörung zu einer eigentlichen sprachlichen Schöpfungsgeschichte macht."

Peter Waterhouse, 1956 als Sohn eines britischen Geheimdienstoffiziers in Berlin geboren, studierte Germanistik, Anglistik und Philosophie in Wien und Los Angeles. Dissertation über Paul Celan.
Zu den wichtigsten literarischen Arbeiten zählen:
"Menz" (Droschl, Graz 1984), "passim. Gedichte" (Rowohlt, Reinbek 1986), "Sprache Tod Nacht Außen. Gedicht. Roman" (Rowohlt, Reinbek 1989), "Verloren ohne Rettung" (Residenz, Salzburg 1993), "Die Geheimnislosigkeit. Ein Spazier- und Lesebuch" (Residenz, Salzburg 1996), "Im Genesis-Gelände" (Urs Engeler Editor, Basel 1998), "Prosperos Land" (Jung und Jung, Salzburg 2001), "Die Nicht-Anschauung. Versuche über die Dichtung von Michael Hamburger" (Folio, Wien-Bozen 2005), "(Krieg und Welt)" (Jung und Jung, Salzburg 2006). Daneben zahlreiche Übersetzungen von Gerald Manley Hopkins, Norman Lewis, Michael Hamburger, Andrea Zanzotto, Biagio Marin u.a.

Zu den bisherigen Fried Preisträgern zählen Christoph Hein, Paul Nizon, Gert Jonke, Elfriede Gerstl, Oskar Pastior und zuletzt Marcel Beyer.

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