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im Literaturhaus Wien
Do, 26. November ab 18 Uhr Fr, 27. November: ab 14.30 Uhr durchgehend Sa, 28. November: ab 15.30 Uhr durchgehend So, 29. November: ab 10.30 Uhr
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Von 26. bis 29. November widmet sich das Literaturhaus Wien der hohen Kunst der Sprachverdichtung: laut lauter lyrik heißt das Motto der 11. Erich Fried Tage.
Das viertägige Literaturfest setzt auf die unerschöpfliche Wandlungsfähigkeit des lyrischen Ausdrucks. So sind die im Programm versammelten Stimmen und Temperamente aufgerufen, die Möglichkeiten von Sprache auszuloten, die Welt stets aufs Neue zu erfassen.
laut lauter lyrik will die Poesie aus ihrem sprichwörtlichen Elfenbeinturm holen und die jüngeren performativen Formen der Lyrik aus den Clubs und Clubbings:
mit u.a. der Rotten Kinck Schow (Ann Cotten, Monika Rinck, Sabine Scho), dem US-amerikanischen Beatboxer Yuri Lane oder dem Berliner Poeten Bas Böttcher.
Am Übergang von Text- zu Musikperformance operieren der US-amerikanische Spoken Word Poet und Rapstar Saul Williams und das einzigartige Duo Attwenger mit seinem G'stanzlprogramm die Goas.
Die Poetinnennacht versammelt unverwechselbare lyrische Stimmen des Landes, von der jungen oberösterreichischen Dichterin Judith Pfeifer bis zur Grande Dame Friederike Mayröcker.
Den diskursiven Akzent, der bei den Erich Fried Tagen immer eine wichtige Rolle spielt, setzen drei hochkarätig besetzte Roundtables, die sich dem Generalthema der diesjährigen Veranstaltungsreihe aus unterschiedlichen Perspektiven nähern und deren Titel Fried-Gedichten entlehnt sind.
Erstmals wird es auch einen poetischen Prolog zu den Diskussionsrunden geben - mit Lyrik von Yuri Lane, Bas Böttcher und Oswald Egger.
Anne Zauner (Kuratorin)
az@literaturhaus.at
Im Rahmenprogramm
Donnerstag, 26. November 2009
19 Uhr
Eröffnung der Erich Fried Tage 2009
Dr. Andreas Mailath-Pokorny, Stadtrat für Kultur und Wissenschaft
Spoken Word
Saul Williams (USA)
Der international wohl bekannteste Spoken Word Poet, der Rockstar, Rapper und Schauspieler Saul Williams, war Grand Slam Champion des Nuyorican Poets Cafe und spielte die Hauptrolle in dem Film "Slam", der sowohl beim Sundance Festival gewann als auch die Goldene Kamera in Cannes.
I write poetry because it is the clearest and most direct expression of how I think.
I take pride in being called a poet mostly because it feels like an ordination. I did not grow up thinking of myself as a poet, so it is an honor to be considered one.
So far, I've written four books that fall under the category of poetry. For me, they chronicle my growth as an artist, friend, lover, father, son, and individual.
My goal has never truly been to become an amazing poet, rather I have worked at becoming more expressive, thoughtful, and harmoniously balanced, and courageous enough to live my life as a poem.
Freitag, 27. November 2009
15 Uhr
Prolog
Yuri Lane (USA)
Podium 1
"Die Freiheit den Mund aufzumachen"
Wenn Lyrik eine Botschaft hat ...
Die TeilnehmerInnen in Roundtable 1 gehen der Frage nach, ob Lyrik nach wie vor eine gesellschaftspolitische oder kritische Instanz zukommt bzw. inwieweit sie gesellschaftliche Entwicklungen (soziale Verhältnisse, "soziale Risse") reflektiert und thematisiert.
Moderation: Klaus Amann (Leiter des Robert Musil-Instituts für Literaturforschung in Klagenfurt)
Esther Dischereit (D),
Barbara Hundegger (A), Nora Iuga (Ru), Robert Schindel (A), Visar Zhiti (Albanien; übers. Andrea Grill)
17 Uhr
Prolog
Bas Böttcher (D)
Podium 2
"Es ist was es ist"
Spielarten der Poesie
Die AutorInnen in Roundtable 2 haben sich neue lyrische Räume erobert (die Straße, Clubs oder sogar Konzertsäle); sie werden über Perspektiven und innovative Formen der poetischen Präsentation sprechen.
Moderation: Josef Haslinger (Autor und Professor für literarische Ästhetik am Deutschen Literaturinstitut Leipzig)
Mit: Bas Böttcher (D), Ann Cotten (USA/A), Michaela Falkner (A),
Yuri Lane (USA), Michael Lentz (D)
19 Uhr
Stimmenkonzert: Poetinnennacht
Moderation: Beatrice von Matt (Kulturpublizistin)
Mit: Elfriede Czurda,
Maja Haderlap,
Sonja Harter,
Friederike Mayröcker,
Judith Pfeifer und
Angelika Reitzer
21 Uhr
Rotten Kinck Schow IV - Gewalt gegen Dinge
Die Rotten Kinck Schow ist umgeben von einem dichten Blizzard, der, soweit man einem solchen trauen kann, ungefähr im Kreis weht. Sodass man nach dem Ausgang zirka dort zum Stehen kommt, wo man vor dem Eingang war. Man kann sich vorstellen, wie zerrauft eine Schow abläuft, wenn man jenen Umstand in Betracht zieht in Hinblick insbesondere auf den Import-Export, den man aufgrund des Blizzards nicht sieht. (www.rottenkinckschow.de)
Mit: Ann Cotten, Monika Rinck und Sabine Scho
Samstag, 28. November 2009
16 Uhr
Best of ZEBRA
Kurzfilm als Kunstform
Aus dem schlichten Motto "Poesie auf der Leinwand: Kurzfilme adaptieren Gedichte" hat sich im Rahmen des von der LiteraturWERKstatt Berlin organisierten Berliner Poesiefestivals ein eigenes "Filmfestival der Dichtung" entwickelt, das sich mit verblüffendem Erfolg zur Aufgabe gemacht hat, den Poetry Kurzfilm als eigenständige Kunstform zwischen Dichtung, Film und Neuen Medien zu etablieren.
Christiane Lange (LiteraturWERKstatt Berlin) bringt eine Schau der besten ZEBRA-Filme erstmals nach Wien.
18 Uhr
Prolog
Oswald Egger (A/D)
Podium 3
"Meine Muse hat Kanten"
Lyrik sucht Leser
Roundtable 3 widmet sich der findigen und erfindungsreichen Kunst der Vermittlung von Lyrik: sei es durch Übersetzung, eigene Publikationsreihen oder Veranstaltungsschwerpunkte.
Moderation: Susanne Schüssler (Leiterin des Berliner Wagenbach Verlags)
Mit Christoph Buchwald (D), Oswald Egger (A/D),
Erwin Einzinger (A),
Christiane Lange (D)
20 Uhr
Attwenger goes Goas
Das Rolling Stone Magazine nennt die Musik der Attwenger-Masterminds Markus Binder und Hans-Peter Falkner einen "Bastard aus Polka, Elektro und vereinzelt Cajun und Blues".
Im Rahmen der Lyriktage spielt das eigenwillige Musikerduo mit seinem G'stanzl-Programm die Goas groß auf.
Sonntag, 29. November 2009
11 Uhr
Verleihung des Erich Fried Preises 2009 an Esther Dischereit
Die in Berlin lebende Autorin Esther Dischereit erhält den mit 15.000 Euro dotierten Erich Fried Preis 2009 - so hat es in diesem Jahr der alleinige Juror, der mit dem Großen Österreichischen Staatspreis und dem Büchnerpreis ausgezeichnete Autor Josef Winkler, bestimmt.
PROGRAMM
Musik
African/American/European and me
Harold Bradley (voice) Kofi Asamoah (djembe/voice) Norbert Mattes (sax) Chana Dischereit (djembe) Elisabeth Asamoah (voice/dance)
Josef Winkler in seiner Jurybegründung:
"Esther Dischereit, geboren 1952, gehört zur zweiten Generation, den Kindern der Shoah-Überlebenden. Die Auseinandersetzung mit ihrem Judentum hat die gelernte Schriftsetzerin, aktive Linke und Gewerkschafterin spät zur Schriftstellerin gemacht (Joemis Tisch, 1988).
Sprachempfindlich und -erfinderisch ist sie seither verletzten, abweichenden und ausbrechenden Wahrnehmungen und Erfahrungen auf der Spur, gibt ihnen, immer wieder neu, Raum und Form - anders in den Gedichten, in der erzählenden Prosa, in den Hörstücken, anders in den Texten der streitbaren Essayistin oder den Welt- und Selbst- auskünften ihrer gehaltvollen Interviews. Anzutreffen ist Esther Dischereit dazwischen, am Rand; ständig in Bewegung; zu Hause, wenn überhaupt, in ihrer Sprache; häufig zu Vortragsreisen in den USA; sie wohnt in Berlin."
Link: Erich Fried Preis
Redaktion: Anne Zauner: az@literaturhaus.at; Robert Huez: huez@literaturhaus.at; Teresa Haider: th@literaturhaus.at
Bildrechte: Klaus Amann: © Lukas Dostal, Bas Böttcher: © Anika Büssemeier, Christoph Buchwald: privat, Ann Cotten: herself, Elfriede Czurda: Selbstporträt, Esther Dischereit: © Dirk Vogel, Oswald Egger: © Katharina Hinsberg, Erwin Einzinger: privat, Michaela Falkner: © Michaela Falkner, Maja Haderlap: © Marko Lipus: www.literaturfoto.net, Sonja Harter: © Marko Lipus: www.literaturfoto.net, Josef Haslinger: © Tom Langdon/Visual Support, Barbara Hundegger: © Marko Lipus: www.literaturfoto.net, Nora Iuga: © Werner Gadliger, Yuri Lane: Selbstauslöser, Christiane Lange: © Literaturwerkstatt Berlin, Michael Lentz: © Jörg Steinmetz, Beatrice von Matt: privat, Friederike Mayröcker: © Heide Heide, Judith Pfeifer: © Marko Lipus: www.literaturfoto.net, Angelika Reitzer: © Peter Koellerer, Monika Rinck: © Ute Rinck, Robert Schindel: © Schüller, Sabine Scho: © Timm Kölln, Susanne Schüssler: © Wagenbach, Saul Williams: © Saul Williams, Josef Winkler: © Jerry Bauer/SV, Visar Zhiti: privat.
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