Buchpräsentation und Ausstellung
BUCHPRÄSENTATION

Mittwoch, 25. November 2009
Literaturhaus
19 Uhr

"Alles Liebe und Schöne, Freiheit und Glück.
Briefe von und an Erich Fried"
Hg. Volker Kaukoreit
Berlin: Wagenbach, 2009.

Programm
Moderation Volker Kaukoreit
Ausgewählte Briefe lesen die SchauspielerInnen
Dorothee Hartinger und Karl Menrad.


AUSSTELLUNG

Lauter Frage- und Rufzeichen, und zwischen diesen beiden taumelt hilflos das Wort.
Paul Celan an Erich Fried, 12.1.1952

Das lyrische Werk Erich Frieds (1921-1988), einem der meistgelesenen deutschsprachigen Dichter der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ist mittlerweile in zahlreiche Sprachen übersetzt. Und in Erinnerung geblieben ist auch der 'kongeniale' Shakespeare-Übersetzer sowie der Verfasser bewegender autobiographischer Kurzprosa.
Bisher unbekannt ist der Briefschreiber Erich Fried. In dieses ganz andere Schreiben gewährt die Ausstellung einen ersten Einblick mit einer Auswahl von Korrespondenzstücken, weitgehend aus dem Nachlass im Österreichischen Literaturarchiv. Vorgestellt werden Künstler- und Liebesbriefe, Mitteilungen aus der Sphäre des privaten Alltags bis hin zu den großen politischen Auseinandersetzungen, etwa zum Thema des Terrorismus und Neonazismus. Darin werden Kontinuitäten und Entwicklungslinien Frieds ebenso erkennbar wie punktuelle persönliche Konflikte und Schwächen. Kaum jemand hat zum Beispiel bisher gewusst, welcher Zerreißprobe die Freundschaft mit Klaus Wagenbach zu Beginn der 1970er Jahre kurzfristig ausgesetzt war, blieben beide doch beruflich wie menschlich bis zum Tod Frieds verbunden. Außerdem wird ein Stück Literaturgeschichte dokumentiert, die (zeitweise) Nähe und Ferne zu so bedeutenden Autorinnen und Autoren wie Ilse Aichinger, Elias Canetti, Paul Celan oder Heinrich Mann.
Durch die gewählte chronologische Anordnung werden verschiedene Lebensphasen Frieds sichtbar gemacht, zugleich entsteht ein eindrückliches historisches und kulturelles Bild der Zeit aus der Perspektive eines Exilanten und unorthodoxen Sozialisten jüdischer Herkunft, der es sich zwischen den Stühlen nie leicht gemacht und dadurch bis heute seine Unverwechselbarkeit bewahrt hat.


Öffnungszeiten der Ausstellung
Mo, Mi 9 - 17, Di 9 - 19, Fr 9 - 15 Uhr (Eingang: Seidengasse 13)
und während der Abendveranstaltungen (Eingang: Zieglergasse 26A)

Dauer der Ausstellung: 9. bis 29. November 2009

Kurator der Ausstellung ist der Literaturwissenschafter Volker Kaukoreit.

Kooperationspartner: Österreichische Nationalbibliothek/Österreichisches Literaturarchiv,
Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur/Archiv,
Wienbibliothek im Rathaus
sowie private Leihgeber






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