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| Maria Luise Caputo-Mayr | |
| Aus vielen Städten. Virtuelle und andere Reisen. Gedichte Vorwort von Marianne Gruber Nachwort von Donald G. Daviau Fidibus Zeitschrift für Literatur und Literaturwissenschaft Klagenfurt 2007; Nr. 2-3, 35. Jahrgang 126 Seiten; broschiert; Euro 7,-.
Maria Luise Caputo-Mayr ist als Kafkologin weitgehend bekannt und beachtet, als Lyrikerin aber eher und noch immer ein Geheimtipp, obwohl ihre Sprache ausgearbeitet ist und die Themenwahl alles andere als fad.
Der Band "Aus vielen Städten. Virtuelle und andere Reisen" stellt sozusagen "Sprachübungen im elektronischen Zeitalter" in einem haptischen Medium vor – unter dem von der Autorin vorangestellten Motto: Und dennoch leuchten in den "Städten" Buchstaben, Wörter und Bruchstücke, Puzzleteile sowie Leuchtreklammen und Yellow Cabs auf. Es schreien aus den Seiten Zeitungsschlagzeilen, trotzdem sind die Gedichte über Wien, Rom, Palermo, London oder Philadelphia eines bestimmt nicht, Reiseführer oder Reisebüroangebote. Sie klingen vielleicht an manchen Stellen so, weil bei Caputo-Mayr alles zum lyrischen Material wird: jedes Fragment, jedes Bild, jedes Wort aus unserem Alltag. Alles Geschaute wird zum Gedicht.
Die Lyrikerin, die sich wissenschaftlich mit Poesie beschäftigt, ist an großen Vorbildern geschult, findet aber in jeder Hinsicht ihre eigene Sprache. Sie behauptet sogar, "die lange, wundervolle, schwere Tradition" abgeschüttelt zu haben. Maria Luise Caputo-Mayrs multiple Weltsicht, die "vielen Städte", sind mit der Tradition ihrer Familie und ihrer umfassenden Bildung erklärbar. Das Talent zur Lyrik ist Teil ihres Wesens. Fast könnte man sagen, sie hat ihre Welt oder vielmehr ihre Welten auf das Papier geholt, wo ihr reicher Kultur- und Gefühlshinter- oder -untergrund lesbar und damit nachvollziehbar wird. Und vor allem muss man eines konstatieren: Alle Elemente und Gefühle, die Maria Luise Caputo-Mayr als Wissenschaftlerin mehr oder weniger unterdrücken muss, dürfen hier, in ihren Gedichten, zu Wort kommen – und mit ihren Worten zu einer eindringlichen Sprache werden. Janko Ferk Originalbeitrag Für die Rezensionen sind die jeweiligen Verfasser verantwortlich. Sie geben nicht notwendig die Meinung der Redaktion wieder. Hinweise auf weitere Rezensionen bietet unsere Online-Datenbank zum Zeitungsausschnittarchiv.
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