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| H. C. Artmann | |
| Eine Lektion in Poesie wird vorbereitet Graz, Wien: Droschl, 1998. 65 S., brosch.
1961 übersiedelte H. C. Artmann für mehrere Jahre nach Schweden.
Die Stationen waren Stockholm, Lund und Malmö, letzteres bereits
aus einem seiner ersten Bücher, "das suchen nach dem gestrigen tag
oder schnee auf einem heißen brotwecken" (1964), bekannt. Ein
kleines literarisches Teilergebnis dieses Aufenthalts liegt nun in einer
wohlfeilen, ansprechenden bibliophil aufbereiteten Ausgabe unter dem
Titel "Eine Lektion in Poesie wird vorbereitet" vor.
Auf 65 Seiten gibt dieses schön gestaltete Bändchen
Tagebuchaufzeichnungen, Arbeitspläne, Prosaskizzen, -texte,
Gedichtansätze, -variationen und endlich auch die Gedichte aus
dieser Zeit preis. Im ersten Teil, schwedisches Tagebuch,
finden sich - wenn auch nicht gerade in übermäßiger Anzahl - Hinweise
auf einzelne Arbeiten des Autors und Übersetzers. So etwa am Beginn:
"3. 7. 63 Athanasio Kircher: Sphinx mystagoga ... ill. Amstelodami
1676
Auch zu Artmann als Übersetzer von Carl von Linnés "Lappländischer
Reise" finden sich zwei Hinweise, eine launige Überlegung zu und ein
Zitat von Linné in der Artmannschen Übersetzung.
Neben Privatem, eher Nebensächlichem, wie etwa der Frage nach dem
Preis eines Schaukelstuhls, finden sich auch launige amüsant zu
lesende Überlegungen: "Gibt es heutzutage noch hommes du monde?
Der unterschied zwischen einem homme du monde und dem dandy [...]
Recht interessante schlüsse. L'homme conservateur. Wie besser ist
doch 'conservateur' verglichen mit konservativ! Der dandy am rande
des abgrundes."
Hier zeigt Artmann, wie durch Variationen, Erweiterungen etc. Gedichte entstehen, dabei wird deutlich, was er am Beginn dieses Abschnitts behauptet: "es geht mir um die kleinen punktuellen Eindrücke, die vereinzelten Momente des Abenteuerlichen, Bizarren". Dies kann der Leser anhand dieser Dichtungen nachvollziehen, einzelne Stufen können nebeneinander bestehen, ohne einander aufzuheben, was jedoch nur möglich ist, weil der Dichter selbst meint: "Beide Arten der Darstellung, die harmonische wie die unfertige, sind für mich absolut gleichwertig." Damit wird dieses schmale Bändchen zur Fundgrube für all jene, die mehr von der Dichtung H. C. Artmanns erfahren möchten. Susanne Zobl |
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