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| Manfred Chobot | |
| Stadtgeschichten Erzählungen. Weitra: Bibliothek der Provinz, 1999. 185 S., geb.; öS 220.-. ISBN 3-85252-287-2.
Unter dem kühlen Titel "Stadtgeschischten" hat Manfred Chobot gut hundert Begebenheiten aus dem Alltag der Stadt Wien abgelegt. Die Geschichten selber freilich sind trotz des oft protokollartigen Stils, mit dem sie aufgezeichnet sind, gar nicht kühl.
Ein erster Blick in das Inhaltsverzeichnis zeigt bereits die Protagonisten des Alltags.
Ein Musterbeispiel für den gelungenen Kampf des kleinen Mannes gegen die große "Vurschrift" liefert jener Stromableser, der einen Verwaltungsakt starten will, da kein Stromverbrauch feststellbar ist. Der Sohn der Wohnungsinhaberin klärt vergeblich auf, daß die Mutter momentan im Pflegeheim sei. Da kommt die Erleuchtung in Form einer imaginären Kilowattstunde, die real verrechnet wird. Alle sind plötzlch Sieger und die Kilowattstunde tut niemandem weh.
In den "Stadtgeschichten" nehmen die Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand, obwohl sie vielleicht gerade vom Glück verstoßen worden sind. Die Mischung aus Protokoll, Mitschnitt und Kurzkommentar läßt den einzelnen Geschichten ihre Autonomie, das Ruppige und Eckige in der Erzählweise ist durchaus eine authentische Mitteilung der handelnden Personen an den Leser. Helmuth Schönauer |
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