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| Gloria Kaiser | |
| Anita Garibaldi Roman. Innsbruck: Haymon, 2001. 271 S., geb.; öS 291.-. ISBN 3-85218-347-2.
Anita Garibaldi ist zu Unrecht in Europa kaum bekannt. Die in Laguna
(Brasilien) als Ana Maria de Jesus geborene Mulattin hat in Rio de Janeiro
1839 den in der Verbannung lebenden Giuseppe Garibaldi kennengelernt, für
ihn ihren wohlhabenden Ehemann verlassen und sich den Freischaren des
Freiheitshelden angeschlossen. Ihr Leben erzählt Gloria Kaiser, die in Graz
und Salvador/Brasilien lebt und in ihren Werken nach Berührungspunkten
sucht, die diese Weltgegenden verbinden. Bisher hat die Schriftstellerin
fiktive Biografien von Dona Leopoldina und Pedro II., zwei Mitglieder der
Herrscherdynastie Brasiliens vorgestellt. In "Anita Garibaldi" kommt eine
andere Seite der Geschichte zu Wort.
Gloria Kaiser, genaue Kennerin ihres Sujets, vermittelt einen sehr unmittelbaren Eindruck von Land und Leuten, zeichnet das Bild einer entschlossenen Frau, die ihre Stärke aus ihrer nicht weißen Herkunft, einer liberalen Erziehung durch einen gewissen Pater Augusto, an den sie später Briefe richtet, und ihrem selbstbewusstem Frausein schöpft. Kaiser läßt Anita in inneren Monologen sprechen und sie an einem imaginären Haus bauen. Es handelt sich bei dieser Biografie um eine recht komplizierte Konstruktion, aber das entstehende Bild ist einfach und stark. Helmut Sturm |
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