| LESEPROBE | ![]() |
| Hilde Langthaler | |
| Ungeschichten Wien, München: Ohrbuch Verlag 2001. (Buch und Audiokassette) 57 S., brosch., EUR 11.-. ISBN 3-901317-19-8.
Der ungewöhnliche Titel "Ungeschichten" ist tatsächlich ein sehr genauer Begriff für jene sechs Texte, in denen jeweils eine "echte" Geschichte unmöglich wird, oder anders ausgedrückt etwas "Ungeschichtliches" geschieht.
Oft bedarf es nur eines kleinen Schwenks der Perspektive, und die selbstverständlichsten Zusammenhänge arten in Bedrohung aus, Flirts werden zum "Schußwechsel der Blicke", ein Gesprächsansatz wird mit dem Granatwerfer der Überrumpelung angetragen, die Relationen geraten vollends aus den Fugen. Die Texte sind akustisch dicht und minimalistisch eng gearbeitet, geht es doch darum, dem Knackpunkt von Ereignislosigkeit wirklich jeden Ausweg zu versperren. Die illuminierten Begebenheiten sind tatsächlich zeitlos, beängstigend, ein bösartiger Knoten im Erzählgeflecht. Wenn Geschichten in Ungeschichten umkippen, reißt es auch den Leser für kurze Zeit in jenes Loch, in das die Heldin vor den Augen des Leser soeben gestürzt ist. Eine beängstigende und bemerkenswerte Ansammlung von Ungeschichten hat Hilde Langthaler hier zusammengetragen.
Helmuth Schönauer Originalbeitrag Hinweise auf weitere Rezensionen bietet unsere Online-Datenbank zum Zeitungsausschnittarchiv |
| LESEPROBE | ![]() |
| ||||
| Weiße Schrift auf weißem Grund beim Ausdrucken? Klicken Sie hier ---^ | ||||