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| Manfred Chobot | |
| Römische Elegien 69 und 6 ein/stellungen zur liebe. Wien, München: Deuticke, 2000. 95 S., geb.; öS 198.-. ISBN 3-216-30431-0.
"laß dich lieben wie vom autohändler" (S. 30). So ein Satz ist schöner als ein Ohrwurm, denn er ist haptisch-poetisch. Wer mit so einem Vers aufgeladen ist, hat als Leser durchaus die Chance, daß er Teile seines Lebens kurzfristig wie in Trance erlebt.
Manfred Chobot, im Wiener Dialekt ("Kumm haam in mei Gossn", 2000) genauso zu Hause wie am Highway 101 in San Francisco ("Ansichtskarten", 1997), nähert sich dem lyrischen Kosmos Roms einerseits mit dem aufgeregten Staunen eines Goethe, weshalb er auch ungeniert den gleichen Titel wie der Klassiker verwenden kann, andererseits schickt er ein lyrisches Ich vom Kaliber eines Allen Ginsberg durch die ewige Stadt, was den Zeitbegriff gehörig erweitert. Der Untertitel "69 und 6 ein/stellungen // zur liebe" legt einen verwirrenden Begriffsteppich vom Kamasutra bis hin zu Stellungsproblemen in der Semantik aus. Wer sich alleine nicht auf diesen Laufsteg der Annotationen traut, sei auf das liebevoll-präzise Nachwort von Jeanne Benay verwiesen.
Die Stadt Rom zieht sich mit all ihren Begriffsfeldern durch die Gedichte. Es beginnt mit dem Text "roma - amor", der pragmatisch optimistisch endet: "begießen wir die liebe daß / sie wachsen möge". (S. 7) Die "Römischen Elegien" sind ein Leseerlebnis, das sich nicht einfach zuklappen und abstreifen läßt. Die Themen sind nämlich bewährt zeitlos, die Form ist aktuell aufregend und der Geist Manfred Chobots gleicht dem eines Schamanen, der seine Heilkraft über Internet verschicken kann. Helmuth Schönauer |
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