| LESEPROBE | ![]() |
| Janko Messner | |
| Wie ich ein 'Gospod' wurde / Kako sem postal gospod Klagenfurt / Celovec: Drava, 2002. 31 S., brosch.; EUR 7.-. ISBN 3-85435-385-5.
Ich bin ein Ignorant. Ich verfasse Rezensionen: Man sehe mir diesen Makel nach.
Über Messner habe ich bis dato nur so viel erfahren, dass nicht er sämtliche vierzehn Achttausender bestiegen hat. Über die Geschichte der Slowenen in Österreich bin ich imstande, vage Angaben zu machen. Zu meiner Ehrenrettung darf ich indessen hinzufügen, dass ich seit Jahren Kroatisch lerne. Ein zweisprachiger Sonderdruck einer Erzählung aus den "Schwarzweißen Geschichten", der anlässlich des oben erwähnten Begebnisses entstanden ist, gibt mir die Gelegenheit, einen dilettantischen Übersetzungsvergleich anzustellen. Vergeblich suche ich den slowenischen Prolog im Deutschen. Ebenso unauffindbar ist der vorletzte Absatz auf Seite 12. Sehr frei scheint auch die Übertragung des Postskriptums. Derlei Differenzen machen den Leser stutzig.
Handelt es sich um eine Übermalung von Arnulf Rainer? Ein Frühwerk des Wiener Aktionisten? Nein, des Autors Auge freut sich "über zweisprachige Aborttafeln des seligen kaiserlich-königlichen Österreich". Eine Kärntner Schlampigkeit, könnte man schließen. Eine Nachlässigkeit der Sprachregler und Ortstafelkonfliktbereiniger.
Janko Messner, einer jener "glücklosen letzten Mohikaner", beherrscht die Kunst der Satire, mit der er gegen das Unabwendbare auftritt. Seine launigen Beobachtungen und Kommentare übertünchen den Ernst seiner Geschichte nur mangelhaft. Die Tafeln auf der Bahnhofstoilette treten als tragikomische Chiffre für das Schicksal einer Kultur auf, die im Palimpsest des unaufhaltsam Neuen unterzugehen droht. "Wie ich ein 'Gospod' wurde" legt auf unpolemische Weise Zeugnis von der Schwierigkeit des Andersseins ab. Es lädt ein, über die bedrückende Enge historischer Altlasten und nationaler Urängste einen Blick über den inneren Zaun zu werfen: Kako sem postal gospod. Kako sam postao gospod. Vielfalt ist Reichtum. Daran gemahnt uns dieses erfrischende Lehrstück von Janko Messner. Walter Wagner Originalbeitrag Hinweise auf weitere Rezensionen bietet unsere Online-Datenbank zum Zeitungsausschnittarchiv |
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