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Raoul Schrott - "Fragmente einer Sprache der Dichtung" Leseprobe
Für mich hatte Literatur dagegen eigentlich nur eine Legitimation: das Aufbegehren gegen ein Leben in all seiner Sinnlosigkeit, ja ich möchte fast sagen, wenn ich mir für einmal dieses unliterarische Pathos erlauben kann: in seiner kosmischen Komik und Lächerlichkeit. Literatur ist eine poetische Revolte gegen diese Absurditäten. Und wenn die Literatur mit ihren oszillierenden und nie genau festlegbaren Strukturen eines lehrt, dann ist es nicht nur Skepsis, sondern vor allem Ironie: eine romantische Ironie, wenn man so will, eine Fähigkeit, sich ihr Gegenteil zu denken, nämlich das Sinnlose, und vor allem Selbstironie.
(c) 1997, Droschl, Graz, Wien. |
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