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O. P. Zier
Himmelfahrt. So etwas wie eine Satire über den Umgang mit Provinz habe ihm vorgeschwebt, erklärt O. P. Zier in einem Gespräch mit den "Salzburger Nachrichten", die in seinem bislang zweiten Roman "Himmelfahrt" allerdings gar nicht gut wegkommen. Salzburg ist porträtiert als ein Hort der Kleinlichkeit, als Heimat verbeamteter Künstler, domestiziert und beherrscht von einem philisterhaft-selbstherrlichen Hofrat - und die lokalen Zeitungen geben ihren Brauchtumskitsch dazu und tun alles zur Absicherung dieses verheerenden Status quo. Keiner, der in diesem Roman nicht sein Fett abbekäme, keine Übertreibung, die nicht noch weiter auf die Spitze getrieben würde. Was den über 350-Seiten schweren Roman dann aber doch über die vertraute Jammer- und Anklageprosa in epigonenhafter bernhardscher Manier hinaushebt, ist einerseits seine kunstvolle Gestaltung, durch die sich das Buch gleichsam selbst mitreflektiert und -ironisiert, und das ist andererseits die Vielzahl der zusätzlich eingeflochtenen Themen. Neben der boshaften Anklage steht die liebevolle Beschreibung einer Jugend auf dem Land. Werner Burger, die Hauptfigur, ein Schriftsteller, der sich mit journalistischen Auftragsarbeiten und Ghostwriter-Jobs über Wasser hält (immerhin schreibt bereits ein Germanist eine Arbeit über ihn), erinnert sich an seine Abenteuer mit Alex, einem, der es schon immer verstanden hat zu leben. Anders als Burger, der ewige Außenseiter, der sich das Leben schwer macht, sich überall nur Feinde schafft.
Zusätzlich erhalten wir Einblick in drei Beziehungen, alle ein wenig
angeknackst, und lesen eine vorangestellte und eine nachgereihte
Kurzgeschichte in denen alle Handlungsfäden, alle Figuren und Situationen
noch einmal in neuer Konstellation gemischt sind. Karin Cerny |
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