Büchner-Preis 1997 für H. C. Artmann
Der Wiener Schriftsteller H. C. Artmann wurde für sein literarisches Gesamtwerk mit dem Georg Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet.

H. C. Artmann, 76, gehörte in den fünfziger Jahren zu den wichtigsten Vertretern der avantgardistischen "Wiener Gruppe". Der Sohn eines Wiener Schuhmachermeisters erlernte zahlreiche Sprachen im Selbststudium und wurde als virtuoser Sprach-Akrobat und Übersetzer berühmt.

1958 erschien der Gedichtband "med ana schwoazzn dintn", in dem Artmann erfolgreich Dialektdichtung und Avantgardeliteratur auf einen Nenner bringt. Weitere bekannte Werke sind "How much, Schatzi?" (1971), die Gedichtsammlung "Aus meiner Botanisiertrommel" (1975) und die Prosasammlung "Grammatik der Rosen" (1979).

Das umfangreiche poetische Werk Artmanns erschien 1994 in einer zehnbändigen Sammelausgabe. Unter seinen zahlreichen Übersetzungen finden sich Werke von Francois Villon, Lope de Vega, Carlo Goldoni und George Feydeau ebenso wie Barock-Dichtungen oder keltische Sagen.
Dieser "unerschöpfliche Reichtum" des Lebenswerkes von H. C. Artmann war laut Jury auch ausschlaggebend für die Zuerkennung des Georg Büchner-Preises.

Der Georg Büchner-Preis ist mit 420 000 Schilling dotiert und gilt als wichtigste Auszeichnung der deutschsprachigen Literatur. Preisträger der vergangenen Jahre sind u. a. Peter Rühmkorf, Durs Grünbein und Sarah Kirsch.

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