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| Streit um Gedenklesung für Franz Innerhofer |
| Am 22. Jänner 2002 wurde der Leichnam Franz Innerhofers in seiner Grazer Wohnung aufgefunden. Er starb von eigener Hand. Der Tag seines Todes ist ungewiss. Kein Abschiedsbrief, keine letzten überlieferbaren Worte.
Am 16. Februar füllte sich das Vestibül des Burgtheaters; das Publikum kam zahlreich, um mit Michael Scharang, Elfriede Jelinek und Peter Turrini einen Gedenkabend für Franz Innerhofer zu feiern.
Nun sorgt der Residenz Verlag für einen Mißton. Ein weiterer Stein des Anstoßes ist die von Scharang während des Gedenkabends angekündigte Innerhofer-Werkausgabe, die er für 2004 zum 60. Geburtstag des Autors plane. Martina Schmidt, Leiterin des Residenz Verlags, erklärte dazu, daß Scharang weder die Rechte an den Texten habe, noch das Projekt mit Innerhofers Lebensgefährtin und deren Tochter besprochen hätte. Martina Schmidt weiter: "Scharang geriert sich, als müsse er das Erbe Innerhofers retten. Dabei war er mit Innerhofer keinesfalls befreundet, im Gegenteil. Innerhofer muss auch nicht dem Vergessen entrissen werden, er ist nicht vergessen. Wir sind im guten Kontakt mit den Erben und kümmern uns um sein Werk." Am Donnerstag, dem 21. Februar, reagiert nun die Direktion des Burgtheaters "verwundert darüber, dass der Residenz Verlag sich dagegen verwehrt, dass Autoren in einer Gedenklesung an ihren verstorbenen Kollegen Franz Innerhofer erinnern. Wie kann man angemessener auf den Tod eines Schriftstellers reagieren, als sein künstlerisches Werk noch einmal der Öffentlichkeit zu präsentieren?" Der Residenz Verlag wäre von der Lesung, die von Elfriede Jelinek, Peter Turrini und Michael Scharang initiert wurde, informiert gewesen; enge Angehörige Franz Innerhofers zudem auf Hinweis des Verlags eingeladen worden. |
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