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Leseprobe: Martin Mandler - Shooting Stars

Aber es ist anders als bei Dieter und Heidi. Er ist kein Alpha-Target. Ich werde ihn nur erschießen, weil es im Grunde egal ist, wen ich als nächstes erschieße. Ob es Samy ist. Oder Till. Oder Stefan. Oder Mario. Oder Lena. Oder Daniela. Jeder einzelne wird mich einen Schritt weiterbringen. Mich und mit mir meine Idee.

Es ist wieder wie im Krieg, denke ich. Es gilt dieselbe Logik, weil es auch hier nicht die Person ist, nicht ein Mensch, der zu meinem Ziel wird, sondern seine bloße Funktion. Ich werde einen nach dem anderen erledigen. Und dabei ist es am Ende gar nicht so wichtig, ob sie tatsächlich sterben. Wichtig ist nur, dass sie Angst haben. Angst vor meinem Schuss. Und deshalb auch Angst davor, auf die Bühne zu gehen und von der Bühne herab in die Welt hinaus zu strahlen. Ich möchte, dass sie sich vor ihren eigenen Konzerten, vor ihren Filmpremieren, vor Release-Partys und Preisverleihungen fürchten. Und dass sich auch die Fans vor ihren Auftritten fürchten. Dass keiner hingehen will, weil es immer sein kann, dass etwas Schreckliches passiert. Ein Schuss. Eine Bombe. Oder ein anderes Attentat, das auf ihren Star abzielt. Oder auch auf sie. Falls sie es schaffen sollten, die Stars so gut zu beschützen, dass ich nicht mehr an sie herankomme, werde ich auch Fans erschießen. Wenn es nicht anders geht, werde ich auf sie statt auf ihre Idole feuern. Auf sie statt auf ihre Fußballer, Models, ihre Musiker, Schauspieler, Politiker, Rennfahrer, Schriftsteller, Moderatoren, Köche und all die anderen, denen sie auf ihre absurde Weise nacheifern, ohne dabei zu merken, wie mundtot sie von diesen Stars gemacht werden.

S. 83














































































































































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