logo kopfgrafik links adresse mitte kopfgrafik rechts
   

FÖRDERGEBER

Bundeskanzleramt

Wien Kultur

PARTNER/INNEN

Netzwerk Literaturhaeuser

mitSprache

arte Kulturpartner

Incentives

Bindewerk

kopfgrafik mitte

Maria Luise Caputo-Mayr: Hin und her durch die Jahrzehnte

Die Autorin mit Janko Ferk

Vermischte Schriften
Mit einem Vorwort von Janko Ferk
Fidibus, Sonderausgabe 3/2013
199 S., brosch.

Nach einer 2007 vorgelegten Gedichtsammlung präsentierte die Klagenfurter Literaturzeitschrift Fidibus im Sommer 2013 einen, so der Untertitel, als Vermischte Schriften ausgewiesenen Prosaband, der durch ihre Verdienste für die Kafka-Forschung in den USA hervorgetretenen Germanistin, Kritikerin, Netzwerkerin und nun auch immer mehr Autorin M. L. Caputo Mayr. Die in Triest aus einer "altösterreichischen" Familie geborene, mehrsprachig aufgewachsene, seit Ende der 1960er-Jahre bis hin zu ihrer Emeritierung (2001) vorwiegend in den USA (Temple Univ.) tätige, beständig aber nach Europa und daher auch nach Österreich ein- und auspendelnde Forscherin und Autorin, legt ein in mehrfacher Hinsicht interessantes, wenn auch da und dort noch einiger Strukturierung bedürfendes Textkompendium von gut 90 kürzeren Stücken, d. h. Tagebuch- und Erinnerungstexten, Interviews mit SchriftstellerInnen und Filmemachern, Erzählfragmenten, (Kurz-)Vorträgen und Rezensionen vor. Sie lassen den Leser an den nicht nur topografischen Bewegungen zwischen den Kontinenten teilhaben, sondern darüber hinaus an Überlegungen und nachdenklichen Anmerkungen zu kulturellen, habituellen, privaten und politischen Begegnungen und Fragestellungen, verstehen sich demnach als Fragmente einer Lebensgeschichte, die sich vielfach in Zwischenräumen abspielt und vom Gravitationszentrum der Metropole New York blitzlichtartig aus- und zurückschweift in Kindheitslandschaften und vielfältige Begegnungsepisoden. Da kommen traumatische Erfahrungen wie der Terroranschlag vom September 2001 neben idyllischen familiären Glücksmomenten, einem Sprechen über Generationen und vielfache Grenzen hinweg, Manhattan-Straßenlärm neben Kärntner Schulbank Erlebnisse zu stehen. Hektik und Innehalten, erstauntes Beobachten und verspieltes Erinnern prägen daher die Signatur dieser "Statt eines Tagebuch"- Aufzeichnungen. Dass sich das aufzeichnende, erinnernde, auch kommentierende Ich dabei einigermaßen exponiert, liegt auf der Hand. Manches gerät in den Blick, das an die Archivierungsmaschinerie der Popmodernisten, an die Fixierung von Alltagssplittern gemahnt, gleichsam das Buch/Motto Vom Zauber des seitlich dran Vorbeigehens von Max Goldt dabei auf bedeutendere, nicht immer alltagstaugliche Orte und Begegnungen ausdehnend und abwandelnd (z. B. Bemerkungen im Jet-Set Magazin "Avenue" oder Stararchitekten -5.12.2012 ...). Neugierig machen sie allemal, gleich ob diese auf Österreich/Triest abschweifen, kundig über Musik und Kunst-Events parlieren, dem trash entlang spazieren oder nachdenklich auf den Holocaust und Erinnerungsformen an ihn reflektieren.
Die narrativ interessantesten Kapitel finden sich im zweiten Teil dieser Sammlung als Erzählfragmente und – noch fertig zu schleifender – Steinbruch, der sich wiederum zwischen der Kindheitslandschaft und Manhattan situiert. Man darf gespannt sein, wie sich diese Fragmente weiter entwickeln, wie sie die Spannung aus memorialen Einkerbungen und stärker fließenden Erinnerungen und Assoziationen hin zu einer in sich durchaus brüchig bleiben könnenden, aber doch vom Atem her wünschenswert ausgreifenderen Erzählung bewältigen werden.

Primus-Heinz Kucher
Dezember 2013

Originalbeitrag.

Für die Rezensionen sind die jeweiligen VerfasserInnen verantwortlich. Sie geben nicht notwendig die Meinung der Redaktion wieder.










































































































































Link zur Druckansicht
Veranstaltungen
Westend Stories – Erinnerungswege im 7. Bezirk

Sa, 21.09.2019, 11.00–13.00 Uhr Geführter Spaziergang | ÖSTERREICHISCHE EXILBIBLIOTHEK &...

„Lavant lesen III“
Stefanie Sourlier & Karl Wagner – Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus

Di, 24.09.2019, 19.00 Uhr Lesung & Gespräch Begleitend zur laufenden Ausstellung setzen sich...

Ausstellung
Christine Lavant – "Ich bin wie eine Verdammte die von Engeln weiß"

09.05. bis 25.09.2019 Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit ihrem Werk und die...

"Der erste Satz – Das ganze Buch"
– Sechzig erste Sätze –
Ein Projekt von Margit Schreiner

24.06.2019 bis 28.05.2020 Nach Margret Kreidl konnte die Autorin Margit Schreiner als...

Tipp
OUT NOW – flugschrift Nr. 28 von FRANZOBEL

Der Österreicher selbst macht dem Österreichertum einen Strich durch die Rechnung, so dass es nicht...