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Korrespondenz von Roth und deren Übersetzungen

Stefan Zweig et Joseph Roth. Correspondance. 1927-1938. Traduit de l’allemand et préfacé par Pierre Deshusses. Paris: Payot & Rivages (Bibliothèque Rivages), 2013. 473 S., brosch., EUR 25. ISBN: 978-2-7436-2594-8.

Übersetzung ins Französische von: „Jede Freundschaft mit mir ist verderblich“. (…)
Rezension u.a.:
http://www.liberation.fr/livres/2013/10/09/roth-et-zweig-sans-pitie-dangereuse_938241


Joseph Roth & Stefan Zweig. Ser amigo mío es funesto. Correspondencia (1927-1938). Hrsg: Madeleine Rietra, Rainer-Joachim Siegel, Nachw.: Heinz Lunzer; Übers.: J. Fontcuberta, Eduardo Gil Bera. Barcelona: Acantilado, 2015. 432 S., ISBN: 978-84-16011-36-0.

Übersetzung ins Spanische von: „Jede Freundschaft mit mir ist verderblich“. (…)
zum Verlag: http://www.acantilado.es/catalogo/ser-amigo-mo-es-funesto-704.htm


„Jede Freundschaft mit mir ist verderblich“. Joseph Roth und Stefan Zweig. Briefwechsel 1927-1938.
Hrsg.: Madeleine Rietra, Rainer-Joachim Siegel. Nachw.: Heinz Lunzer. Göttingen: Wallstein Verlag, 2011. EUR 39.90 (D), 624 Seiten, mit 6 Abbildungen, gebunden, Schutzumschlag. ISBN: 978-3-8353-0842-8.

Zwei von vielen freundlichen Rezensionen zu diesem Buch:
Von Peter Stephan Jungk in: Die Welt
http://www.welt.de/print/die_welt/vermischtes/article13610076/Wir-werden-nicht-alt-wir-Exilierten.html

in: Frankfurter Sonntagszeitung vom 25. September 2011: „Im freien Fall. Das dramatischste Buch über die Zeit des Exils in Europa: Der Briefwechsel zwischen Joseph Roth und Stefan Zweig“
http://www.seiten.faz-archiv.de/fas/20110925/sd1201109253240938.html


Joseph Roth. A Life in Letters. Paperback: Jan 2013:
http://www.grantabooks.com/Joseph-Roth

Joseph Roth: A Life in Letters. Translated, Edited: Michael Hofmann. New York: Norton, January 2012. 512 pages. ISBN 978-0-393-06064-5 und
London: Granta Books, 2012, ISBN 978-1847083401.

Eine ausführliche Rezension und andere:
http://www.tnr.com/print/book/review/joseph-roth-letters-michael-fman

http://thesmartset.com/article/article01181201.aspx

http://www.telegraph.co.uk/culture/books/bookreviews/9056966/Joseph-Roth-a-Life-in-Letters-ed.-by-MichaelHofmann-review.html


http://www.irishtimes.com/newspaper/weekend/2012/0204/1224311231803.html


http://www.spectator.co.uk/books/7620373/a-world-dying-of-ugliness.thtml

http://online.wsj.com/article/SB10001424052970204468004577165080911654516.html?mod=googlenews_wsj

http://blogs.forward.com/the-arty-semite/149894/

http://www.nytimes.com/2012/02/26/books/review/the-novelist-joseph-roths-letters.html?_r=1&ref=review
Rez: Amelia Atlas

http://www.nytimes.com/2012/03/05/books/joseph-roth-a-life-in-letters-edited-by-michael-hofmann.html?_r=1&nl=books&emc=edit_bk_20120316
Rez: Lary Richter

http://www.ft.com/cms/s/2/d8f0ec4e-6201-11e1-807f-00144feabdc0.html#axzz1oRQUKlsF
von Simon Schama

Ein Statement Hofmanns zu seiner Arbeit mit Roths Texten:
http://www.guardian.co.uk/books/2012/feb/17/michael-hoffman-joseph-roth-flight
[funktioniert mit 1 und 2 f]

http://www.forward.com/articles/151474/

http://blogs.forward.com/the-arty-semite/149894/


Einen Auswahl aus den Briefen in „The New Yorker“ :

http://www.newyorker.com/online/blogs/culture/2012/01/book-excerpt-the-letters-of-joseph-roth.html


Times Literary Supplement vom 17. Februar 2012 bringt eine Rezension der Briefe Roths in Hofmanns Übersetzung von Frederic Raphael als Titelgeschichte, 3 Seiten lang.
http://www.the-tls.co.uk
nicht gratis

Das Echo ist also erfreulich lebhaft; die Einstufung Roths als bedeutender Schriftsteller und wacher Beobachter seiner Zeit („the first to put Hitler’s name into fiction“, TLS); Rezensenten, die den Vergleich mit Vorlagen oder der textkritischen Ausgabe der Briefe Roth-Zweig gemacht haben, bedauern zurecht, daß die Übersetzung auf schwachen editorischen Füßen, nämlich der deutschsprachigen Briefausgabe von 1970, steht.

Zu Qualität von Vorlage und Übersetzung
Man kann dem Übersetzer keinen Vorwurf machen, daß er die neue, genaue Ausgabe der Korrespondenz Roth – Zweig nicht konsultiert habe – sie ist nach dem Redaktionsschluß seines Bandes herausgekommen. Gewiß hätte er die Herausgeber fragen können, da ihm aus früheren Gesprächen und Diskussionen bekannt war, wie fehlerhaft die Ausgabe Kestens in Details ist.

Für Beispiele sei auf einen Aufsatz verwiesen, der zwar rechtzeitig gehalten, aber jetzt erst publiziert wurde:

Heinz Lunzer:
„Es ist mir eine höchst unerwünschte Pflicht, […]“, in: Image, Reproduction, Texte / Bild Abbild, Text. Hrsg.: Françoise Lartillot, Alfred Pfabigan. Bern, etc: Peter Lang, 2012, S. 187-204.
Darin werden Beispiele von Fehlern der Brief- wie der Textausgabe im Verlag Kiepenheuer & Witsch aufgezeigt. Hieraus einige Zitate, was die Briefe betrifft, mit der von Michael Hofmann gegebenen Übersetzung:

1936-04-02, Roth an Zweig
Bei Kesten (S. 464f): „ ‚Unbewußt böse‘ sind nur Teufel, nicht Menschen. Das ist eine Art RELIGIÖSE Anschauung“

Im Original: „ ‚Unbewußt böse‘ sind nur Teufel, nicht Menschen. Das ist eine ARELIGIÖSE Anschauung“

Bei Hofmann (p 461): ‘It’s only devils not human beings that are “subconsciously angry.” That’s a type of religious perspective’

1936-01-22, Roth an Zweig
[Datum aus Brief, Kuvert und dem Kalender erschlossen]
Bei Kesten (S. 450f, Februar 1936?): „Ich [sitze?] bis 3
h morgens herum, ich lege mich angezogen um 4h hin, ich erwache um 5h und wandere irr durch‘s Zimmer.“

Im Original: „Ich irre bis 3
h […]“

Bei Hofmann (p. 445f, February 1936?): ‘I [sit?] around till 3 a.m., I lie down fully dressed at 4, I wake up at 5, and I wander around the room.’

1934-10-06, Roth an Klaus Mann
Bei Kesten (S. 384f): „In Österreich ist nicht die Religion lebendig, sondern die
negativen Kräfte der Kriege.“

Im Original: „In Österreich ist nicht die Religion lebendig, sondern die
negativen Kräfte der Kirche.“

Bei Hofmann (p. 379): ‘it’s not religion that lives in Austria, but the
negative effects of wars.’

Im letzten Satz dieses Briefs hat Kesten (S. 386): eine Zeile des Originals fortgelassen – die hier durch Unterstrich hervorgehoben ist:


Alles, alles Böse, das auf Erden vorhanden ist, wird edel im Vergleich mit Deutschland. Dieses ist verflucht, man muß sich daran gewöhnen. Selbst Rumänien ist ein hochkultiviertes Land im Vergleich mit dem Deutschland. Das muß man sich abgewöhnen, irgend etwas mit dieser germanischen Scheiße zu vergleichen.“

Bei Hofmann (p. 380f): ,Everything, everything evil in the world, becomes noble by comparison with Germany. Germany is accursed, you have to learn to get out of the habit of comparing anything at all to this German shit.’

1937-08-08, Roth an Zweig
Bei Kesten (S. 504): „Ich sehe sofort wieder, daß es eine litterarische Ehre ist.“

Im Original: „Ich sehe sofort wieder, daß es eine litterarische Idee ist.“

Bei Hofmann (p. 503): ‚I see right away that there’s such a thing as literary honor.‘

Aus dem Zusammenhang mit der zuvor erzählten Geschichte geht eindeutig hervor, daß der Begriff “Ehre” / ‚honor’ hier sinnlos ist.

1934-01-12, Roth an Klaus Mann
Bei Kesten (S. 303): „Eine Zeitschrift – in diesen Zeiten – hat nicht Litteraturgeschäfte zu treiben, oder Literaturpolitik.“

Im Original: „Eine Zeitschrift – in diesen Zeiten – hat nicht Litteraturgeschichte zu treiben, eher Literaturpolitik.“

Bei Hofmann (p. 298): ‘A magazine – in these times – isn’t there to serve the book business.’

im gleichen Brief:
Bei Kesten (S. 304): „Es ist gut und richtig, daß die Sammlung nicht ‚langfristig‘ ist.“

Im Original: „Es ist gut und richtig, daß die Sammlung nicht ‚kämpferisch‘ ist.“

Bei Hofmann (p. 299): ‚It’s a good thing that
Die Sammlung isn’t too „long-term“ in its orientation.’

1932-10-28, Roth an Otto Forst-Battaglia
In seinen schwindelreichen biografischen Auskünften schrieb Roth:
„Ich bin der Sohn eines österreichischen Eisenbahnbeamten (frühzeitig pensioniert und im Wahnsinn gestorben)“

Daraus las Kesten (S. 239): „und im Wohnheim gestorben“

und Hofmann, etwas verunsichert (p. 220): ‚died at home‘

Gewiß kann sich ein Übersetzer nur – mit mehr oder weniger Skepsis ausgerüstet – auf seine Vorlage verlassen. Wie oft die Übersetzer von Roth-Briefen ins Englische, Französische und Spanische (um die jüngsten zu nennen) ihre Texte hätten hinterfragen müssen, kann hier nur angedeutet werden und ist eigentlich ihnen nicht zumutbar – dafür sind die Germanisten zuständig.

Umso mehr wird es alle Leser freuen zu erfahren, daß eine neue, anhand der Originale korrigierte und ausführlich kommentierte Ausgabe von Roths Briefen, Gegenbriefen und Dokumenten zu seinem Leben in Arbeit ist – und auf Fragen gerne geantwortet wird.

Was die geradezu unglaublich positive Rezeption der englischen Briefausgabe für Roth bedeutet, geht über den Anlaß weit hinaus: Alle erkennen in Roth einen sehr bedeutenden, hellsichtigen und mutigen Autor.
Heinz Lunzer

 

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