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Teresa Präauer: Johnny und Jean.

Textprobe, Seite 12 ff:

Und dann kommt der Tag, an dem Jean ein Plakat aufhängt. Wir sollen alle zu ihm kommen, steht darauf, es findet in seinem Zimmer statt, heute abend in einer Woche. (…)
Eine Woche später läuten wir bei Jean am Hauseingang, aber es meldet sich niemand. (…) Die Wohnungstür ist verbarrikadiert. (…) Der Sperrmüll der Stadt war sämtlich in Jeans Wohnung gelandet. (…)
Und irgendwann sind wir dann angekommen. Sechs Tage hat Jean gebraucht, um seine Sammlung aufzubauen, von der Wohnungstür bis hinein in sein Zimmer. Er hat alles gemacht. Geklebt, geschweißt, gelötet, gepinselt: gigantisch! Am siebten Tag hat er sich in seinem Zimmer auf einen riesigen Thron aus Sperrholz gesetzt, hat sich gesagt, es ist gut geworden, und hat ab da auf uns gewartet.
Hallo Jean, rufen die Leute von unten zu ihm hinauf, und sehen weit oben nur seine Füße baumeln in schicken Schuhen. Jean schaut herunter und lacht. Habt ihr alles mitgefilmt?

Textprobe, Seite 206 ff:

Ich jedenfalls kenne von Cranach ausschließlich Figurendarstellungen.
Die Landschaft spielt bloß im Hintergrund eine Rolle. Durch ein Fenster gesehen. Als Paradiesgärtlein. Es gibt wunderschöne schlanke Bäume darin, deren Krone reich ist an leuchtenden Äpfeln. Es gibt auch Büsche dort mit kleinen, dunklen, glänzenden Blättern. Manchmal steht so ein Busch genau hinter einer nackten, lächelnden Figur. Wegen des Hell-Dunkel-Kontrasts.
Der Himmel in diesen Bildern ist oft grünlich-blau und verläuft nach unten hin, zum Horizont der Landschaft, ins Gelblich-Weiße. Ich glaube, so sieht der Himmel nur knapp vor der Dämmerung aus. Und vielleicht bei Tagesanbruch. Aber so früh bin ich nie wach, das kann ich nur vermuten. (…)
Bei der Bildanalyse hilft es, genau zu sein. Die Fähigkeit, ein Bild genau analysieren zu können, hilft auch später im Leben.

© 2014 Wallstein Verlag, Göttingen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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