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Hubert Weinheimer: Gui Gui oder Die Machbarkeit der Welt.


Leseprobe:

Es kommt vor, dass man in eine Schieflage gerät, wie ein Schiff mit einer Schlagseite, langsam, allmählich und es nicht merkt, weil man sich an die schiefe Optik nach und nach gewöhnt hat. Das geht eine ganze Weile lang gut und dann plötzlich wird einem bewusst, dass man sinkt und man kann nichts mehr dagegen tun. Aber es gibt diesen Punkt nicht, an dem man hätte eingreifen können, denn sonst hätte man es auch getan. Der Fehler ist nicht situativ, sondern strukturell. Es ist eine schleichende Vergiftung.

Das ist doch alles Blödsinn. Ich fantasiere mich hier in ein Unglück hinein, das es nicht gibt. Ich habe meinen Bruder ins Koma befördert, weil er mich dazu gezwungen hat und das liegt mir jetzt im Magen. Weiterhin gilt: Alles ist einfach. Man muss aufpassen, dass man sich nicht verstrickt, dass man sich keinen Strick dreht aus den eigenen Gedanken. Man muss sich den Dreck aus den Kleidern klopfen und die Löcher stopfen. Man braucht sich keine Elefantenhaut zuzulegen, es reicht schon, wenn man aalglatt ist. Es darf nichts haftenbleiben, man muss sein eigener Mensch sein. Keine weiteren Zutaten vonnöten und die Erfahrungen bewusst auswählen. Gut, diese spezielle Erfahrung habe ich nicht bewusst gewählt, aber das macht mich jetzt auch nicht kleinlaut. Ich habe Hand angelegt. Aber ich weigere mich zu glauben, dass noch Blut an mir klebt.“

(S. 32 f.)

© 2014 Redelsteiner Dahimène Edition, Wien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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