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Sigrun Höllrigl: Odysseus X.


Leseprobe:

Für Chris und mich hat die Sonne gezaubert. Nun hat die Sonne uns aufgegeben, sie ist weitergezogen. Und dann: abgleiten in eine Hyperrealität, die dich umfängt, als wärest du ihr bester Freund. Hinter jedem Straßenblock lauern das Verderben, Ekstase, Sex, Wodka, Drogen. Ob er immer noch so viel trinkt? Chris hat sich verändert, die Vorstellung, mich zu verlieren, bedrängt ihn auf eine Art und Weise, die ich mir nicht erklären kann. Die Eifersucht bringt keine Nähe, sondern entfernt uns voneinander. Er liebt mich nicht, nein, ich glaube nicht, dass er mich liebt, dazu ist er zu egoistisch. Chris liebt nur sich selbst.

die langbeinige wirft ihr haar aus. im fell verfängt sich goldstaub, glänzend stolziert sie durch die gärten

< rolling in the grass on the hill. shake, baby, shake! damned! I still love you! >

Kennengelernt haben wir uns während eines Sommerkurses in Berkeley. Chris kam, weil er lernen wollte, wie man gute Songtexte schreibt, ich war die Assistentin des Kursleiters. Chris fiel mir unter den Teilnehmern sofort auf, man kennt dieses Flimmern der Luft, wir verliebten uns einfach, ohne darüber nachzudenken. Die folgenden Sommerwochen waren schön, wie die meisten Erinnerungen frisch Verliebter.

Es ist nichts Besonderes an dieser Geschichte. Wir verbringen den Sommer am Meer, in einem kleinen Häuschen, das er gemietet hat. Wir haben viel Zeit für uns und für Sex. Ich vermisse die Wale und das kalifornische Meer.

so wie geschrei hertönt von den kranichen unter dem himmel, nachdem sie dem winter entfliehn und unendlichem regen

Damals schreibe ich Verse für ihn, er komponiert die Musik dazu, ein paar dieser Songs werden sogar ganz gut, es ist eine gute Zeit, mitunter kommen Freunde und Freunde der Freunde und das Haus ist von oben bis unten belegt.

< give me some love, baby! >

(S. 19-20)

 

© 2015 edition keiper, Graz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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