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Christian Schacherreiter: Wo die Fahrt zu Ende geht.


Leseprobe:

„In den letzten drei Jahrzehnten meines Lebens war es mir immer gelungen, mich abzugrenzen gegen mögliche Zumutungen der Wirklichkeit und Brüskierungen durch das Leben der anderen. Dass ich die Risiken minimiert hatte, beruflich und privat, hatte mich immer mit einem Gefühl von Zufriedenheit, Sicherheit und sogar Genugtuung durchdrungen, mit der selbstgefälligen Behaglichkeit lebenskluger Vernunft. Bloß nicht ausgeliefert sein! Immer Herr bleiben im eigenen Haus! Unbefugten ist der Zutritt verboten – und niemand scheißt mir in mein Leben! Das war mein kategorischer Imperativ. Wohin hatte er mich geführt? Nirgendwohin. Seit Jahrzehnten saß ich am Ufer, wähnte mich frei und starrte plötzlich erschrocken hinaus, weil alle Boote abgelegt hatten.“
(S. 258)

„Immer und immer wieder sind Trauerspiele der Liebe zu schreiben, aber die Linke hat kein Sensorium für das Tragische, für die Katastrophe aus Achtlosigkeit, unbewusster Schuld oder furchtbarer Verblendung, die nicht zu verhindern ist – weder durch Ärzte noch durch Therapeuten, nicht durch Sozialgesetze und nicht durch die schwachen Straßenlampen der Ratio, deren Schein nicht einmal die Städte ausleuchten kann, geschweige denn die Wälder, die Meere und die Wüsten. Die Existenzphilosophie der Linken gehört zu den Ingenieurswissenschaften. Ein verhängnisvoller Irrtum!“
(S. 201)

© 2015 Otto Müller Verlag, Wien-Salzburg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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