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Ursula Wiegele: Im Glasturm

Leseprobe:

Wieder zurück zum Klavier. Wenn ich sehen könnte, wie die Hämmerchen gegen die Saiten schnellen, wie die Dämpfer sich abheben. Als Kind habe ich mir ein Klavier gewünscht mit einem Gehäuse aus Glas, in Vaters Geschäft durfte ich manchmal am Glasflügel spielen. Die Töne irgendwie sehen können. Mit den Augen hören. Aber da ist nur Stille. Und ich will zum Rand.
Wenn man stirbt, bleibt bis zum Schluss das Ohr die Verbindung zur Welt. Ich erinnere mich an das Fresko in der Südtiroler Kirche, wo die Seele aus einem Toten hinausfliegt: durchs Ohr. Angst und Staunen einer Fünfjährigen, wo schwebt die Seele hin? Bei mir müsste sie durch die Nase entschwinden, denke ich mir, mein letzter Eindruck wird ein Geruch sein.
Fünf Mal noch spiele ich das Stück mit Blick auf die Noten, dann läuft es von selbst. Alles im Speicher. Ich beobachte, wie sich meine Finger bewegen, meine Handgelenke und meine Arme.
(S. 151)

© 2015 Müry Salzmann, Salzburg-Wien.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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