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Henrik Szanto: Es glänzt und ist schön.


Leseprobe (S. 94-95):

Am Rande von Bens Bewusstsein spielte irgendeine Nebenfigur ironisch Saxofon ob dieser bahnbrechenden Gelegenheit. Mara schnaufte in gleichmäßigen Tönen an Bens Schulter und Frederik massierte sich die Schläfen. Ben hatte den Eindruck, als wiederhole er im Stillen einen Satz.
Er seufzte innerlich und sah aus dem Fenster. Als sie um eine Straßenecke bogen, sah er in einiger Entfernung die Umrisse des Kongressgebäudes, das er zuvor abfällig Mehrzweckhalle getauft hatte, und weckte Mara mit einem sanften Knuffen.
Das Einhorn lag im Türbereich und schnarchte geradezu obszön. Ben weckte es mit einem Tritt.1
Ein Strom junger Menschen – Ben schätzte die Gesamtzahl auf 200, da die übrigen wohl an anderen Standorten in einem Center assessed wurden – trottete im behaglichen Gleichschritt auf einen großzügigen Eingangsbereich zu, wo wohlgelaunte Helfer Styroporbecher mit Kaffee verteilten und verwirrte Blicke zu diversen Check-in-Schaltern bugsierten.
Ben wurde zum ersten Mal vor Augen geführt, wie viel Geld sich die Organisation hinter all dem all das eigentlich kosten ließ. Wenn man von der Wartung und Programmierung des Online-Teils absah, waren hier gut und gern fünfzig Leute unterwegs, allesamt in graugrüne Uniformen gehüllt, auf deren Rücken ein zwinkernder, Daumen hochhaltender Fuchs zu sehen war. Sie sahen ein bisschen aus wie Stewards und Stewardessen einer günstigen Fluggesellschaft, die ihr Geld lieber in hippes Design steckte als in die Wartung der Maschinen.

1 "Ich lag in Morpheus' Armen und ersann einen Ort, der frei von Schmerz und Habgier am Ende der Geschichte wartet. Ich träumte einen Traum vom Fliegen, träumte einen Traum vom Sein, erlebte, wie es war, der Träume Quell zu sehen. Ich ging, gehüllt in Wolken, einen langen Gang entlang, dessen beide Seiten all die großen Denker säumten, deren Worte mich noch heute vollends mit Wonne füllen. Ich hab 'n Snooze-Mode, du Penner! Versuch das nicht noch mal!"


© 2016 Milena Verlag, Wien.

 

 

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