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Vom Fehlen des Meeres auf dem Lande

Anfang der 1990er Jahre. Eine Volksschule in Niederösterreich. Einer dieser Vormittage in der zweiten oder dritten Klasse, wo täglich für das Leben gelehrt und gelernt wird. Die Zeit zieht sich hin wie der hinlänglich bekannte Strudelteig.
Eine simple Geschichte soll „mit anderen Worten nacherzählt“ werden: Ein Mann sitzt auf einer Bank, löst aus einer Semmel Krümel, an denen sich ein Vögelchen labt. Der achtjährigen Magda ist unsäglich fad damit. Aus dem Mann wird ein Schriftsteller, aus der Semmel mindestens eine Wurstsemmel und viele, viele Vögel kommen und erzählen dankbar Geschichten, die dem Dichter weiterhelfen.
Nächsten Tag werden die Aufsatzhefte zurückgegeben, durchaus von Lob begleitet. Magdas Heft bleibt in der Hand der Frau Lehrerin. Mit düsterer Miene verkündet diese das ihr Angetane, zum ersten Mal müsse sie einen „Fünfer“ vergeben. Das Ungenügende schmerze sie persönlich. Totale Themaverfehlung, das Schmachvolle wird vor der Klasse verlesen, Magda wird zum Gespött der schadenfrohen Meute. Die Eltern müssen Heft und Fünfer abholen. Aus, schwört sich das verhöhnte Mädchen, nie mehr würde sie ihre Geschichten preisgeben, sie werden fortan in einer Art Tageschreibebuch verschlossen.
Obwohl später während der Mittelschulzeit die Rehabilitation öffentlich vollzogen wird. Frau Deutsch-Professorin ist der erste Fan von Magda, aus dem Häuschen ob der Deutschaufsätze der jungen Verfasserin. Vor versammelter Klasse wird ihr eine Zukunft als Schriftstellerin, zumindest als Journalistin prophezeit. Der nächste Deutschlehrer ist von der Begabung der Vierzehnjährigen so sehr überzeugt, dass er im Lehrerkollegium für sie rittert und das Schlimmste, nämlich Schulabgang wegen völliger Unfähigkeit, naturwissenschaftliche Fächer als notwendig und nicht nur als Übel zu begreifen, verhindert. Er sichert ihr die Matura und ist in der Folge der größtmögliche erste Förderer.

Das Zuhause der Woitzucks ist ein aufregendes Terrain. Ein weitläufiges Anwesen im hügeligen Nebeneinander von Tausendblum, Raipoltenbach und Schwertfegen, „Berging“ nennt es sich auch noch. Angeblich hatte ebendort während der Zweiten Türkenbelagerung eine Jeanne d’Arc aus dem benachbarten Murstetten zusammen mit anderen Weibern, greisen Knechten und Halbwüchsigen zweihundert Osmanen den Garaus gemacht. Ein Marterl bewacht noch heute den Platz der verscharrten Gebeine und Krummschwerter.
Heinz Ulrich Woitzuck hatte Haus und Hof mitsamt Feldern, Waldanteilen und dem ebenfalls verfallenen Stuhlhof geerbt. Anfang der 1980er kam er mit einer flotten und schönen Polin auf dem Soziussitz seiner Maschin’ auf dem fast verfallenen Gehöft in Berging an. Grazyna studierte in Wien, kellnerte in einem Szenelokal, Heinz Ulrich venit, vidit, vicit. Sie war mit Magda schwanger und blieb in Berging, um es bewohnbar zu machen. Vater Ulrich suchte wieder die Weite der Meere, die er schon zuvor als Maschinenoffizier auf Frachtschiffen befuhr, sollte aber bald in Berging sesshaft werden. Dann Bio-Landwirtschaft, Schafe, Schweine, Hühner und – Pferde. Es kamen die Geschwister Rafael und Aga.
Opulente Gelage der Gastgeber mit Freunden, intellektuellen Wegelagerern, Künstlern sowohl der Künste als auch des Lebens. Überbordende Gespräche, durchaus ergiebig, die sich aber nach unvermeidbarem Alkoholzuspruch nicht selten in einsame Vorlesungen und Unterrichtsstunden ausweiten. Aber auch Heldengeschichten, die mit Odysseus gleichziehen, Männerrealitäten eben.
Ich kann davon berichten, denn ich kam 1994 dazu, konnte meine Heldentaten durch die Zugehörigkeit zur Theater-, Musik- und Filmwelt würzen. Das war unüberprüfbar, was natürlich gehörige Vorteile brachte.
Mit meiner Lebensgefährtin, ebenfalls am Theater und im Filmbusiness tätig, hatte ich mich fünfhundert Meter weiter am idyllischen, mittlerweile auch bewohnbar gemachten Stuhlhof in Schwertfegen, siehe Türkenmarterl, eingemietet.
Ein Füllhorn an Eindrücken. Auch Magda sitzt, die Lauscher aufgespannt, an den langen Sommerabenden mit an der barocken Tafel im Hof, im Winter im geheizten Glashaus am kommunikativen Tisch. Überall im Haus Bücher, die man verschlingen kann.

„Ich hab euch nur zug’schaut“, wird Magda später einmal auf die Frage, warum die Mann-Frau-Beziehungen in ihren Texten so gnadenlos trostlos und manchmal grauslich aber durchaus komisch sind, antworten.
Geschichten, ihre Formatierungen und seltsamen Auswüchse tummeln sich in Magdas Kopf, sie beobachtet, staunt, liest und schreibt, „um und um mit Wand bewaffnet“ – heißt es in Blochs „Prinzip Hoffnung“ so trefflich – „dabei die Lust, selbst unsichtbar zu sein. Die Versteckte brennt auch, auf scheue Weise, durch. Sie sucht das Weite. Da das Draußen noch undeutlich ist, wird es wunderlich.“ Später, während des Studiums, dann als Frau Magistra der Literaturwissenschaft wird sie des Öfteren in die Ferne gaukeln. Asien, Lateinamerika, Australien, Karibik, Europa sowieso.

Vorerst wühlt sie im seltenen Biotop Berging. Die Wiesen, Felder, Wälder, der Hund, Katzen, Schildkröten, gerettetes und gepflegtes Getier werden vertraute Verbündete. Und – ihr Pferd, mitunter das Liebste.
Noch einmal Ernst Bloch: „Auch an Tieren träumt man sich groß. An kleinen besonders, sie ängstigen weniger, sie laufen in die Hand. Oder können mit Netzen gefangen werden, fernes Wünschen wird dadurch tätig. Grün und Blau läuft die Eidechse, ein unfaßlich Buntes fliegt als Schmetterling. Auch die Steine leben, sind hierbei nicht flüchtig, mit ihnen läßt sich spielen, sie spielen mit. Und träumt einer, so bleibt er niemals auf der Stelle stehen. Er bewegt sich fast beliebig von dem Ort oder Zustand weg, worin er sich gerade befindet.“

Wunderliche Kurzgeschichten, Fragmente schreibt Magda in der Zeit zwischen Kind und der Schwelle zur Frau. Aus der Idylle wachsen Schrecknisse, brutale Realität oder grotesk Surreales. „Die Katze, Die Muschelfrau, Das Glashaus“ etwa. Ein Text der Vierzehnjährigen wird im Magazin DUM abgedruckt:

Grüß Gott“, sagt sie. Er, der Tierarzt, sagt auch: „Grüß Gott“. Sie geht vor, in Richtung Kühlraum, … Der Rock umspielt ihre weißen, weichen Oberschenkel … Im Kühlraum hat es konstant 6°C, eine Erleichterung gegenüber den heißen 28°C im Freien … Im fahlen Licht der Neonröhren erkennt man die beiden Schweinehälften … Die kleinen Blutstropfen, die aus den Nasenlöchern des Schweines fallen, zerplatzen auf den feuchten Kacheln. Es riecht nach kaltem Blut … Der Mann schaut die Schweinehälften genau an, dreht sie mal da, mal dort hin. Dann packt er den Stempel aus seinem Arztkoffer und knallt zwei Mal ein blaues Zeichen auf die glatte, nackte Haut der Sau. Es hört sich an wie zwei Watschen …
Herr Doktor“, fragt sie unschuldig mit im Rücken verschränkten Armen, als sie zum Wagen gehen: „Wie nennt man das eigentlich, was sie grad gemacht haben?“ Ihre Brustwarzen zeichnen sich genau unter dem straff gespannten Leiberl ab. Der Rock schwingt weich mit ihren Schritten mit, die Polinie drückt sich deutlich sichtbar ab.
Er steigt ins Auto, kurbelt das Fenster runter und sieht sie von oben bis unten an.
Nur kurz, aber jedes Detail registrierend.

Fleischbeschau“, sagt er und startet den Wagen.

In Berging finden ab 2005 jährlich die Österreichischen Hörspieltage statt. Eine Tagung für und mit Autorinnen und Autoren. Ein dichtes Programm: fertige, bereits produzierte Stücke, Performance und Lesungen. Dramaturgen und –innen, Chefitäten im Bereich Hörspiel der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten Deutschlands, der Schweiz und Österreichs hören zu, diskutieren und entdecken für sich Neues. So manche Lesung findet sich im folgenden Jahr als produziertes Hörspiel wieder.
Magda Woitzucks erster schüchterner, fast erzwungener Auftritt macht sie für die nächsten Jahre zur erfolgreichsten Autorin des ORF-Hörspiels. Jedes der vier bisher produzierten Hörstücke wird wiederholt von deutschsprachigen Sendeanstalten übernommen. Preise und Auszeichnungen. Für „Doggod“ etwa, Magdas ersten Wurf fürs Radio.
Eine verstörende Geschichte. Der Berufssoldat Robert meldet sich freiwillig für eine Mission in ein Krisengebiet irgendwo. Die in Angst zurückgelassene Aster schreibt verzweifelt Briefe. Sie bildet sich ein, Hunde totzufahren, die dann aber verschwunden sind. Dutzende. Zwei Männer bringen ihr schließlich die blutigen Schuhe ihres angeblich gefallenen Mannes. Sie überfährt tatsächlich einen Hund und stirbt bei dem Unfall.
Jahre später. Robert hat überlebt und ein Verhältnis mit der besten Freundin seiner Partnerin. Bei Ultraschall-Untersuchungen stellt sich heraus: Beide Frauen sind mit Hunden schwanger.

2008 kippt die geschützte Werkstatt Berging. Ulrich Woitzuck vermeint Frau und Kinder, Landwirtschaft, Schweine, Schafe, Freundschaften und Geselligkeit als seinen Irrtum samt Lebenslüge zu entlarven. Begehrt Scheidung. Ungemütliches Zerstören droht. Die Beziehung zur Tochter Magda ist sowieso nicht die Beste gewesen.
Der Patriarch schickt sich selbst ins Out, ohne aber das mittelalterliche Fürstengehabe abzulegen. Wäre ein handfester Romanstoff, wer weiß?
Für Magda bringt dieser alles auf den Kopf stellende Donnerschlag Gewissheit: Sie will Schriftstellerin sein.
Fortan halten die Woitzucks ohne den Patriarchen, Landwirtschaft und Tierhaltung und das Projekt „Villa Berging“ am Laufen. Diese bietet neben weitläufiger Natur Beherbergung, Platz und Räume für Hochzeiten, Tagungen, Seminare und Workshops. Das bedeutet abwechslungsreiches Kommen und Gehen, aber auch Jeder-selbstverwirklicht–jetzt-den-anderen-Gewurschtl und so manche Katzen- und Käferflüsterer huschen esoterisch verzagt durchs Gelände.
Neuen Stoff fürs Schreiben gibt es also allemal. Stipendien, wie das Hans Weigel Literaturstipendium, ermöglichen Schreib-Aufenthalte im Ausland und die Annäherung an den Roman „Über allem war Licht“, der schließlich 2015 erscheint. Veröffentlichungen, unter anderem in Anthologien, folgen.

Davor drei vielbeachtete und wiederholt ausgestrahlte Hörspiele.
Magda Woitzuck hat ein Händchen für dieses Genre. Sie schöpft aus dem Vollen ihres Landlebens und ihren Reisen in die Ferne. Ihre poetischen Figuren gleiten und stürzen aus harmlosen Realitäten in Surreales und unwirkliche Parallelwelten.
In „Das Glashaus“ mutieren hochbegabte Zwillinge zu sympathischen Monstern. Sie experimentieren in einem stinknormalen Glashaus üblichen Ausmaßes, es erwächst eine gefährliche Dschungelwelt von der Größe eines Kontinents. Als sie schließlich nach mehreren Monaten nicht mehr zum Essen ins Haus der Mutter kommen …

(Sie lässt das Magazin in die Waffe einrasten. Man hört, wie sie den Rucksack schultert, das Gewehr nimmt.)
Angst. Hier bin ich. Ich lache dir ins Gesicht.
(Sie schiebt die Terrassentür auf)
Bis hierher kann ich den Urwald riechen. Mein Name ist Erna Margarete Grün. Ich bin 45 Jahre alt und allein stehend. Sollte ich nicht zurückkommen, soll mit meinem Hab und Gut verfahren werden, wie ich es beim Notar festgehalten habe. Mein letzter Wille ist: Das Glashaus darf unter keinen Umständen abgerissen werden. Gerda, du warst mir die treuste Freundin. Eine bessere gab es nie. Hubert, es tut mir ehrlich Leid.
(atmet tief durch)
Ich gehe jetzt in das Glashaus. Auf die längste Reise meines Lebens.
(Terrassentür wird zugeschoben und abgesperrt. Sie geht über die Terrasse zum Glashaus, atmet noch einmal tief ein und aus, bevor sie das Gewehr entsichert und die Tür zum Glashaus öffnet. Urwaldgeräusche. Dann fällt die Tür ins Schloss.)

Vom Fehlen des Meeres auf dem Lande“ erzählt die wachsende Besessenheit einer Dorfwirtin, die mit der jungen Frau aus der Nachbarschaft - die halbjährlich in der Karibik und sonstwo mit ihrem wesentlich älteren Geliebten und zwielichtigen Abenteurer Alfred muscheltauchend unterwegs ist - seltene Muscheln gegen Schnitzel und Zigaretten tauscht. Die Maßlosigkeit der Wirtin steigert sich zum Exzess. Im fernen Asien will sie endlich selbst nach der Muschel ihrer Träume tauchen.

Mit „Sieben Leben“ macht Magda mir und meiner Lebensgefährtin ein Riesengeschenk. Sie, die sich während unserer Abwesenheit um „das Katzenschloss“ kümmert, porträtiert unsere, zugegeben etwas skurrile Lebensrealität. In einer poesievollen, köstlichen, wenn auch durch Mord an einer Katze getrübten Fabel mit vier Katzen, zwei Menschen und einem weißen Klavier.

Die Kittners machen Urlaub auf Kuba. „Ich“, das Reservepersonal – Katzen halten sich Personal, das weiß jeder Katzenmensch – entdeckt: Das zugereiste Fräulein Bitzi spielt Klavier - unerhörte, unbeschreibbare Musik. Die Wesen, die sie hören, ob Mensch oder Katz, finden sich in den geheimsten Wunschträumen, auch bereits Gestorbene kommen wieder.
Doch das geht natürlich nicht. Die Toten müssen bei den Toten bleiben. Erträumte Wünsche führen zu zerstörerischem Chaos. Fräulein Bitzi, eine dreifarbige Glückskatze, muss getötet werden ...
Ich war strikt dagegen, doch was soll's, Magdas Geschichten brauchen die Unausweichlichkeit. Ich beugte mich dieser unnachgiebigen Logik.

Bitzi: Wer ist der Mann?
Herr Fuchs: Der, der immer anruft. Er ist Musikproduzent. Er will der Katze zusehen, die gelernt hat, Klavier zu spielen.
Bitzi: Aber die Musik muss doch nicht gesehen werden.
Herr Fuchs: Menschen wissen das nicht.
Bitzi (ein bisschen stolz): Denkst du, ich soll mich trauen?
Herr Fuchs: Ich denke, du bist bereit. Du hast genug geübt. Und so hab ich sie ins Haus gelockt.(Geräusch der Katzenklappe.)
Ich: Das ist sie.

(Ich und James jagen die Katze.)
Ich: Im Garten ist eine Regentonne. Wir haben sie hinausgetragen, in dem Sack.
James: Ich denke, so wird gemacht überall auf der Welt.
Ich: Wir mussten sie mit beiden Händen unter Wasser drücken. Also mit allen vieren, gemeinsam, der Amerikaner und ich. Sie hat sich so gewehrt.
Herr Fuchs: Ich hab sie verraten. So wie jeder andere, der dem Fräulein jemals begegnet war. Ich wollte sie retten. Und hab am Ende geholfen, sie zu ermorden. Ein Judas.
James: Wir haben Katze in Sack noch eine Stunde gelassen im Wasser, haben daneben gestanden und die Frau hat geweint und geschluchzt und geschreit: My universe, my universe. Dann sie hat gesagt: Was mach ich jetzt mit tote Katze, der Boden ist frozen, ich sie kann nicht begraben.
Hab ich dead cat mitgenommen und dann geworfen in Mistkübel von Flughafenparking. Broke my fucking heart. Such a talent … such a talent.

Das Spezielle an der Umsetzung dieser Hörstücke ist die Tonaufnahme vor Ort an Originalschau-hör-plätzen in Surround-Technik. Magda liefert das optimale Script. Knappe, lakonische Dialoge, die wunderbar von den Lippen gehen. Schauspielerinnen und Schauspieler sind in ihrem Element. Agieren wie bei Filmdrehs. Die Mikrophone richten sich nach ihnen. Im Dorfgasthaus, am Hochstand um zwei Uhr früh im etwas gruseligen Wald unter Beobachtung von Wildschweinen, in Stuben, im Holzriegelbau, in Erdkellern, im Glashaus, in Feld und Flur. Den Soundtrack liefern vorerst die Umstände. Dann kommt die Nachbearbeitung im Tonstudio. Schnitt, Montage, gelegentlich Musik machen schließlich das „Kino im Kopf“.

Warum ich mich so ausgiebig an Magda Woitzucks Hörspielen auslasse? Für „Literatur“ – Roman, Erzählung, Lyrik - gibt es ohnehin Öffentlichkeit, Kritiker, Besprechungen, Diskussionen, Aufmerksamkeit.

Das Original-Hör-Spiel als literarische Gattung, als Genre, als Kunstform – ich meine nicht Romanbearbeitungen, Adaption von Theaterstücken, Lesungen mit verteilten Rollen, usw. - wird in der Rezeption kaum mehr wahrgenommen. Obwohl – jedes der Magda-Hörstücke hatte bis jetzt zigtausende Hörer.Große Schriftstellerinnen und Schriftsteller haben vielbeachtet für das Radio und seine Königsdisziplin geschrieben. Dylan Thomas, Heinrich Böll, Ingeborg Bachmann, Elfriede Jelinek, Wilhelm Genazino, um nur einige zu nennen.Ich kenne keine österreichische Literatin, keinen Literaten der jüngsten Generation, die oder der so kontinuierlich eigenständige Hör-Spiele mit Raffinesse geschrieben hat wie Magda Woitzuck. In ihren Erzählungen und dem Debütroman „Über allem war Licht“ ist die gleiche Raffinesse und Vielschichtigkeit auffällig. Der schonungslose Blick. Wie Insektenbetrachtung, emphatisch beteiligt.

Wie schon gesagt: „Ich hab euch nur zug’schaut.“ Aber offensichtlich auch zug’hört.

Ich kann und will es nicht verheimlichen, ich bin ein Fan von Magda Woitzuck. Ich bin froh, dass ich mit ihr so gut arbeiten, tratschen und lachen kann – ihr nachbarlicher Freund bin.

© Peter Kaizar, 2017
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Peter Kaizar, geb.1952, Hörspielregisseur, Komponist und Musiker für Theater, Film und Hörspiel, Produzent.

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