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Andreas Pittler: Wiener Kreuzweg.

Leseprobe:

"Der Hermann und i, wir sind gschiedene Leut!" Wütend schleuderte Fritz seine Tasche in die Ecke, gleich, nachdem er die Wohnung betreten hatte. Dann erst sah er, dass Fini auch in der Küche saß. "Tut mir leid, Fini, aber dein Mann ist ein echtes Oaschloch!" Fanny tadelte ihn stumm mit ihren Augen. Er hob entschuldigend die Arme . "Was wahr is, is wahr! Der hat vollkommen vergessen, wo er herkommt … und vor allem, wer ihm gholfen hat."
Bielohlawek goss sich ein Glas Wasser ein, dann setzte er sich auf den einzigen freien Sessel, den es noch in der Küche gab. "Du weißt, Fini, wer deinem Hermann damals die Hackn in der Brauerei besorgt hat. Das war ich. Und ich hab auch nichts gesagt, dass er auf einmal nimmer in die Sektion kommen ist, bloß, weil ihm der Glickstein zum Buchhalter befördert hat." Gierig trank er einen Schluck. "Und bei seine dauernden blöden Bemerkungen über Volk und Rasse hab ich auch wegghört, das weißt du genau. Aber nach dem, was er sich heut geleistet hat, ist es das gewesen mit uns. Mit dem red ich kein Wort mehr."
Nun machte sich auch Fanny ernste Sorgen. Sie legte ihre Hand beruhigend auf Fini, die im Begriff war, sich gleich fürchterlich aufzuregen, wandte sich dann aber ihrem Fritz zu. "Jetzt sag schon, was ist denn passiert?"
Bielohlawek räusperte sich umständlich, stellte dann das Glas auf den Tisch. "Das hat schon gleich in der Früh angfangen. Ich komme in den Hof, will wieder auf meinen Bock kraxeln, kommt er vorbei und fragt mich, ob ich Tachinierer endlich wieder zrück bin bei der Arbeit."

(S. 261)

© 2017 echomedia, Wien

 

 

 

 

 

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