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Bernhard Hüttenegger: Beichte eines alten Narren.

Leseprobe

 

Nun sind meine Eskapaden und Ausflüchte vorbei, meine

Zeit als Großstadt-Eremit ist Geschichte, meine nisomanischen

Exkursionen haben ihr Ziel erreicht, ich habe

mein THULE gefunden: in mir, meinem unverletzlichen

innersten Wesenskern, auf den ich mich jederzeit zurückziehen

kann. Nur noch selten besuche ich meine Hernalser

Klause, um ein wenig Weltgefühl zu haschen, jedes Mal

lade ich Mia ein mitzufahren. Nun bin ich fast ständig hier,

an Mias Seite, im Dorf, und ihre Schmerzen

setzen trotzdem regelmäßig ein, als ob ich, ein reisendes

Phantom, wieder einmal irgendwohin unterwegs wäre, weg

von ihr, das Brandmal von Mias Hass in meinem Innersten,

bis zum Rand der Welt unterwegs, um weiß-Gott-was zu

suchen und zu finden, mich selber als einen anderen vielleicht

… Ich bin zur Buße hier.  (S. 11.)


Jawohl, Beichte, Abrechnung mit sich selber, Eingeständnis

der Schuld, Erhoffen von Lossprechung, von Vergebung.

Mehr als bloße Bekenntnisliteratur, existentielle Literatur

– Verdichtung und Verwandlung des Lebensstoffes.

Wiedergutmachungsversuch. Will wissen, wie alles gekommen

ist. Will wissen, warum. (S. 12.)


Außer den »Geheizten« kursierten noch andere Kraftausdrücke,

die das Gruppenbewusstsein stärkten. Die

künftigen Pflichtschullehrer übten sich, durchaus sprachschöpferisch,

in einer Parallelsprache. Auszug aus dem Pennäler-

Lexikon:

einen Bims zwicken – ein Brot essen

Ente – Sputum

einen Film drehen – flunkern, angeben, phantasieren

Grieß streuen – schmeicheln

in der Harpfe schlunzen – im Bett schlafen

Heckmeck – Unfug, Schabernack (S. 19.)

© 2017 Edition Keiper, Graz



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