logo kopfgrafik links adresse mitte kopfgrafik rechts
   

FÖRDERGEBER

Bundeskanzleramt

Wien Kultur

PARTNER/INNEN

Netzwerk Literaturhaeuser

mitSprache

arte Kulturpartner

Incentives

Bindewerk

kopfgrafik mitte

Gabriele Stockinger: An den Ursprüngen populärer Serialität. Das Familienblatt Die Gartenlaube.

Göttingen: Wallstein 2018.
384 S.; geb; Euro 29.90.
ISBN 978-3-8353-3223-2.

Die Gartenlaube als Prototyp für das um 1800 entstehende Format "Familienblatt" mit einer einmalige Erfolgsgeschichte – am Höhepunkt 1975 betrug die Auflage 382.000 Stück mit durchschnittlich 10 Lesern pro Heft – markiert "nicht weniger als den Beginn der Populärkultur in den deutschsprachigen Gebieten" (S. 11). Dass Die Gartenlaube "zum meistgelesenen Periodikum des 19. Jahrhunderts wurde" (S. 17), liegt vor allem am Programm der Serialität auf allen Ebenen: "auf der Mikroebene des einzelnen Heftes, der Mesoebene des Heftverbunds im Jahresverlauf und der Makroebene jahrgangsübergreifender Vernetzung" (S. 13). Dabei waren die Formen der Verknüpfung, zu denen auch ein immer ausdifferenzierteres Rubrikenangebot (S. 88) gehört, von zentraler Bedeutung, denn als Pionierin im Feld musste Die Gartenlaube "dafür sorgen, dass Information und Unterhaltung überhaupt nachgefragt und dauerhaft zu einem allgemeinen Bedürfnis werden" (S. 18). Im Selbstverständnis der Redaktion stehen dabei von Anfang an faktuale wie fiktionale Texte – bis hin zu den diesbezüglich oft unterschätzten Dorfgeschichten – im "Dienst der Volksaufklärung" (S. 273).

Gabriele Stockinger greift die Zeit von 1853 bis in die 1880er Jahre heraus, als die Gartenlaube allmählich ihre singuläre Position verlor, um "in möglichst vielen Querlektüren […] die Anfangsgeschichte populärer Serialität nachzuvollziehen" (S. 19). Dabei geht es um die Herausbildung von Strategien zur nicht immer eindeutigen "Grenzziehung zwischen faktualen und fiktionalen Bereichen" (S. 24), zur optischen Lenkung des Leserblicks nach dem Prinzip des "gesteuerte[n] Zappens" (S. 219) genauso wie um die Entwicklung von "Stückelungspraktiken und Fortsetzungslogiken" (S. 125), in die das Lesepublikum erst eingeübt werden musste. Untersucht werden die unterschiedlichen Cliffhanger-und Brückenbildungsmechanismen auf redaktioneller wie textinterner Ebene, die Strategien der LeserInnenbindung mit direkter Anrede, redaktionell angereicherten LeserInnenbeiträgen und dem Leserbriefkasten als "interaktivem Kernstück" (S. 210) des Blattes.

"Periodizität und Teilhabe hängen eng miteinander zusammen: Teil einer ,Serienfamilie' zu werden gehört zu den zentralen Angeboten des seriellen Erzählens." (S. 350) Das begründete den Erfolg der Gartenlaube und zeigt im Rückblick die Modernität bzw. Langzeitwirkung der mit diesem Familienblatt entwickelten Prinzipien massenmedialer Fortsetzungsformate.

RED
14. Mai 2018

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Link zur Druckansicht
Veranstaltungen
Super LeseClub mit Diana Köhle & David Samhaber

Mo, 16.09.2019, 18.30-20.30 Uhr Leseclub für Leser/innen von 15 bis 22 Jahren Lesen ist deine...

Kombo Kosmopolit präsentiert: Stimmgewalt – Jopa Jotakin & Wojtek Zralek-Kossakowski

Mo, 16.09.2019, 19.00 Uhr Lesungen & Gespräch | teilweise in polnischer Sprache Die Reihe...

Ausstellung
Christine Lavant – "Ich bin wie eine Verdammte die von Engeln weiß"

09.05. bis 25.09.2019 Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit ihrem Werk und die...

"Der erste Satz – Das ganze Buch"
– Sechzig erste Sätze –
Ein Projekt von Margit Schreiner

24.06.2019 bis 28.05.2020 Nach Margret Kreidl konnte die Autorin Margit Schreiner als...

Tipp
OUT NOW – flugschrift Nr. 28 von FRANZOBEL

Der Österreicher selbst macht dem Österreichertum einen Strich durch die Rechnung, so dass es nicht...