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Über Bilder und Texte über Bilder . . .

Titelbild: Klaus Schikowski: Der Comic.
Geschichte, Stile, Künstler. Mit 55 Abbildungen. Reclam 2018

„Dass auch die Literaturwissenschaft sich um das Medium Comic kümmert, ist keineswegs selbstverständlich. [...] Tatsächlich ist die Vergangenheit (insbesondere auch der Literaturwissenschaft, aber nicht nur) von Scheu und Berührungsängsten gezeichnet. Und freilich von einer gewissen Überheblichkeit dem Medium gegenüber“, schrieb Martin Reiterer 2009 in seiner Besprechung des Bandes Comics, Mangas, Graphic Novels (edition text + kritik) in unserem Buchmagazin, aber der Prestigegewinn mit der Marke „Graphic Novels" wäre „mit Sicherheit nicht aufgegangen, hätte sich der Comic in den letzten rund vierzig Jahren nicht vollkommen neu erfunden“.

Diese Entwicklung hat von Anfang an in unseren Sammlungen und Buchregalen ihre Spuren hinterlassen. Interessierte finden bei uns im AutorInnen-Alphabet mittlerweile an die 150 Werke unterschiedlicher KünstlerInnen. Von Peter Kupers Bildgeschichten zu Erzählungen Franz Kafkas (Carlsen) oder Ilse Kilics Rosa (Das Fröhliche Wohnzimmer), beide 1997, über Karl Bergers Comicstrips-Bänden nach Helmut Zenkers legendärer Krimiserie Kottan ermittelt, erschienen im Drehbuchverlag 2010/11, bis zu Nicolas Mahlers Version von Robert Musils Der Mann ohne Eigenschaften (Suhrkamp 2013) oder Thomas Fatzineks Die Schönheit der Verweigerung. Biographische Skizzen des Widerstands im Salzkammergut, erschienen im jungen Label bahoe books 2018.

Allen, die mehr über Geschichte, Theorie und den Diskurs rund um die „Revitalisierung dieses Mediums“ (Martin Reiterer) wissen wollen, steht in der Sachaufstellung eine eigene Sachgruppe zum Thema Comic.Graphic Novel zur Verfügung.

Übrigens: Der älteste Comicstrip in einer kontinentaleuropäischen Tageszeitung erschien ab Oktober 1930 in der Tageszeitung Das Kleine Blatt, dem populären Gegenstück der sozialdemokratischen Arbeiter-Zeitung. Die Titelfigur des Spießbürgers und politischen Opportunisten Tobias Seicherl stammt vom Wiener Karrikaturisten Ladislaus Kmoch (1897–1971), der seine Figur nach 1934 bzw. 1938 allerdings poltisch mehr als problematische Schwenks machen lässt, bis hin zu offenem Antisemitismus. Auch dazu kann man in unserer Bibliothek genaueres nachlesen, zum Beispiel in Bernhard Denschers Band Humor vor dem Untergang. Tobias Seicherl – Comics zur Zeitgeschichte 1930 bis 1933 aus dem Jahr 1983.

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