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1948 - Als viele literarische Initiativen ein Ende fanden

 

Das Jahr 1948 markiert mit dem „Minderbelastetenamnestiegesetz“ vom 21. April 1948, das der Alliierte Rat am 28. Mai 1948 genehmigte, nicht nur politisch das Aus für einen tiefgreifenderen Neustart nach 1945, auch für die literarische Publizistik bedeutete das Jahr einen radikalen Einschnitt.

Am 19. November 1947 beschloss der österreichische Nationalrat das sogenannte Währungsschutzgesetz, drei Wochen später begann die 14-tägige Umtauschfrist, bei der im Interesse des Wiederaufbaus der Schilling um zwei Drittel abgewertet wurde. Kurze Zeit später „waren fast alle literarischen Zeitschriften eingegangen“ (Andreas Okopenko).

Zum Beispiel die selten erwähnte Zeitschrift Die Bastei, in der von 1946 bis 1948 neben reich bebilderten kultur- und stadthistorischen Essays Texte von Vera Ferra[-Mikura], Ferdinand Bruckner oder Hans Weigel erschienen waren. Das hier abgebildete Cover von Heft 6/1946 stammt von Otto Rudolf Schatz.

Auch die in Innsbruck erscheinende und von den französischen Besatzungsbehörden finanzierte Zeitschrift Wort und Tat. Internationale Monatsschrift stellte 1948 das Erscheinen ein. In der Wiener Redaktion in der Mariahilferstraße 47 war bis zum Ende des Projekts Hermann Schreiber tätig.

Auch für Otto Basils Plan war das erste Heft des Jahres 1948 zugleich das letzte der Zeitschrift. Es war ein durchaus spektakuläres Ende, denn diese Nummer 6/1948 enthält siebzehn Gedichte Paul Celans unter dem Titel des später wegen Druckfehlern eingestampften Bandes Der Sand aus den Urnen. Die Gedichte sind prominent am Heftbeginn positioniert, die biografische Notiz auf der letzten Seite ist ein langes Zitat aus Margul-Sperbers Empfehlungsschreiben. Er glaube, so Margul-Sperber, „daß ,Der Sand aus den Urnen? das wichtigste deutsche Gedichtbuch dieser letzten Dezennien ist, das einzige lyrische Pendant des Kafkaschen Werkes ...“

Der Gedichtband Celans sollte zunächst im Verlag Erwin Müller herauskommen, in dem auch der Plan erschien. Doch auch der Verlag geriet in ökonomische Turbulenzen, die von Freunden aufgebrachte Vorauszahlung Celans ging verloren – und auch die von Leopold Liegler betreute Reihe Stimme aus Österreich endete 1947 mit Ernst Schönwieses Ausfahrt und Wiederkehr. In dieser Reihe, meist mit einem charakteristisch rot-weiß gestreiften Einband und aufgeklebtem Titelschild, gestaltet von Fritz Schneider, waren u. a. Texte von Otto Basil, Erhard Buschbeck, Rudolf Felmayer, Oskar Maurus Fontana, Adelbert Muhr, Theodor Sapper und von Erwin Müllers Bruder Robert Müller erschienen.

Weitere Opfer der Währungsreform waren drei publizistische Initiativen von Leopold Rochowanski. Die Zeitschrift Die schönen Künste erschien 1946/47 in fünf Ausgaben in Rochowanskis Agathon Verlag. Das Cover hatte Josef Hoffmann gestaltet, ebenso wie jenes des Agathon Almanachs, der 1946 bis 1948 in drei Ausgaben erschien. Als letzte Publikation des Agathon Verlags erschien 1948 noch ein Band zu Edgar Jené mit Celans Essay Edgar Jené und der Traum vom Traume. Und auch die ebenfalls von Rochowanski verantwortete Litterarische Welt im Wilhelm Frick Verlag brachte es nur auf vier Hefte in den Jahren 1946/47.





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