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Leseprobe: Otto Grünmandl - "Hinter den Jahren."

Aus der "Reise zum Schwarzen Meer"

A jeda spielt sein eigenes Spiel
der ane zwenig der andere zviel
übertreiben untertreiben
am besten wärs man ließ es blieben
und schaute sich selbst in aller Ruh
über die Achsel beim Schnapsen zu
auf diese Weise wird der Abstand zum Nirvana
imma klana imma klana

Die Politik iss faxiös
auch das Geschäft macht mich nervös
übertreiben untertreiben
gemma lieber Kegel scheiben
denn was hat man schon davon
von der schönsten Diskussion
auf diese Weise wird der Abstand zum Nirvana
imma klana imma klana

Die Liebe freilich sie allein
könnte unser Glück noch sein
übertreiben untertreiben
die Nasen aneinander reiben
herzen küssen leise stöhnen
und sich niemals dran gewöhnen
auf diese Weise wird der Abstand zum Nirvana
imma klana imma klana
(S. 24)

Plötzlich sagte er das Wort vor sich hin:
Durchdringungen.
Der Anlaß war ebenso banal wie skurril.
Er, Jakob Aschenwald, saß in einem Biergarten und beobachtete einen Etrusker, der an einem der Nebentische saß und mit einem offenbar ziemlich stumpfen Messer einen ebenfalls offenbar ziemlich harten Knödel zu halbieren versuchte. Der Etrusker, daran als solcher erkennbar, dass er aussah wie ein blasser Indianer und ein weites kurzärmeliges Hemd trug, auf dem verschiedene Ansichten von Volterra aufgedruckt waren, hatte die Bronzeklinge des Messers am Scheitelpunkt des Ködels angesetzt. Das Messer, es war eigentlich kein Messer, sondern eher eine Art Dolch, Etruskerdolch, war etwas kürzer als ein römische Kurzschwert, also ziemlich lang für ein gewöhnliches Biergartentischmesser. Die Klinge, eine Bronzeklinge war breit und stumpf. (S. 77)

© 2000, .
Publikation mit freundlicher Genehmigung des Verlags.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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