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Simon Konttas: Die gelben Quadrate.

Leseprobe:

"Und so etwas nennt sich Professor der Philosophie", sagte Wilmitsch flüsternd. "Aber wann hätten wir auch jemals Zeit gehabt dafür ... dafür, diese Dinge zu begreifen und zu fühlen, wann? Oder bilde ich mir das alles nur ein? Bilde ich mir nur ein, dass ich all das niemals gefühlt hätte und in Wahrheit habe ich es gefühlt, wobei ich mich bloß nicht erinnern kann? Nicht mehr erinnern kann an den Aufschwung der Jugend, an die Zeit des tiefen inneren Glaubens an diese Geistesdinge ... Ich weiß es nicht, ich weiß nicht, welcher Art der Glaube war ... aber er war", sprach Wilmitsch, in einem Ton, dem Sebastian entnahm, dass der Professor sich mehr in einem Selbstgespräch befand, als dass er versuchte, das Gedachte seinem Gegenüber begreiflich zu machen: "... ja er war, was war er denn, ich weiß es selber nicht, was er war, weil ich dauernd den Faden verliere ... Er war wohl vorhanden und es ist vielleicht wirklich so, dass ich mich nur nicht erinnern kann, aber das ... nein, dieses Zusammenspielen der Dinge und Gegenstände, das habe ich ... Nein!, ich muss mich wohl damit begnügen, dass ich es nicht weiß, einfach begnügen und nachplappern, so wie ich immer schon nachgeplappert habe ... und das Unangenehme in solchen Augenblicken ... Ha, ich sage ‚solche Augenblicke’, als ob ich jemals solche Augenblick zuvor erlebt hätte ... welch Lächerlichkeit allein in der Konvention des Sprechens, aber ich muss es ... ich muss es doch zur Sprache bringen, oder soll ich besser schweigen? ... Ich werde ... ich", sagte er, sich plötzlich an Sebastian wendend: "Das Unangenehme solcher Augenblicke ist, dass sie dich mitten ins Leben hineinreißen. Sie fordern alles von dir."

(S. 291f)

© 2018 Hollitzer Verlag, Wien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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