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Boško Tomaševic: Niemand. Nirgends.

Leseprobe:

Vor der Geschichte wuchsen die Akazien. Weiße Frühlinge nach langen Wolfswintern füllten die Flussbetten mit grauem Wasser. Die Brühe brachte Hunger und verendete Hirsche, Rehe, schwarze Ratten mit aufgeschwollenen Bäuchen, schwere Baumstämme und Zweige, die, wer weiß wo und warum, gefällt worden waren. Manche Schnepfe erhob sich aus dem Sumpf zum Himmel und fiel schnell wieder ins Wasser. Die Blüte war kurz und mischte sich mit ausgiebigem Regen, mit Überschwemmungen, die den Frühling an den Anfang zurückbrachten. Die Sonne formte aus Erde und Wasser Morast bis in den Spätsommer hinein. Der launische Rest des Sommers fiel in die Trübe des Herbstes. Die Nebel versteckten sich in den Senkungen der Gräben, leckten am Schilf und kamen zugleich mit überraschendem Schneefall. Die bleiche Fläche, mit sich und dem Weiß bedeckt, schwieg, während sie lediglich blinden Raum umschloss und sonst nichts, weder den Hunger der Lebendigen noch ein Zeichen oder eine Spur irgendeines Sinnes, der zurückgelassen worden war, weder das Werk einer Begründung, noch die Wirkung einer Folge.

(S. 10)

© 2018 Löcker Verlag, Wien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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