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Leseprobe: Christine Grän - "Die Hochstaplerin"

Man erkennt sie an den Schuhen, fast immer. Der Kaschmirmantel oder Designeranzug konnte aus dem Ausverkauf stammen, und die Uhr aus einer Fälscherwerkstatt in Hongkong. Schuhe hingegen waren zuverlässige Zeugen durchgehender Eleganz oder Hochstapelei, weshalb ich bei Männern stets nach unten sah, dorthin, wo sie mit beiden Beinen fest auf der Erde standen. Nichts gegen braune Ledersandalen. Es gab sicherlich Frauen, die jenes Fußwerk praktisch fanden, atmungsaktiv und natürlich, und die dazugehörigen Männer begehrenswert, auch wenn es ein Zeichen für gravierenden Geld- oder Geschmacksmangel sein mußte. Selbst Männer mit roten, grünen oder weißen Schuhen, mit Gummisohlen, Schlappen oder Cowboystiefeln hatten ein Recht darauf, geliebt zu werden. Aber nicht von mir. (S. 10)

Ich war dreiunddreißig Jahre alt, noch nicht bereit zu sterben. Und ich lächelte, weil dies meine einzige Waffe gegen Johannes Brenner war, der mit einem Messer über mir stand. Ich lag auf einem Gummilaken, wie es in Krankenhäusern für Bettnässer verwendet wurde. Die Hände in Handschellen gefesselt, die Augen geschlossen. Nicht schreien, dachte ich, obwohl ich doch ein einziger Schrei war.
Er öffnete den Gürtel seiner Hose. Nicht schreien. Den Reißverschluß. Ich spürte die Messerspitze auf meiner linken Brustwarze, ein geringfügiger Schmerz war es noch, doch die Vorstellung von dem, was kommen würde, tat entsetzlich weh. (S. 283f.)

© 1999, Albrecht Knaus, München.
Publikation mit freundlicher Genehmigung des Verlags.

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