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Wir gratulieren Peter Handke zum Literaturnobelpreis

»Für sein einflussreiches Werk, das mit sprachlicher Genialität die Randbereiche und Besonderheit menschlicher Erfahrung erkundet«,

erhält der österreichische Autor Peter Handke den Nobelpreis für Literatur 2019. Die Bibliothek im Literaturhaus Wien verfügt über eine der größten Sammlungen zu Peter Handke. Sie umfasst 846 Bücher von Peter Handke oder mit Handke-Bezug inkl. Übersetzungen, 8.345 Zeitungsartikel seit 1997 in digitaler Form, mehr als 200 Mappen mit Zeitungsausschnitten aus der Zeit davor, 55 Tondokumente und 25 Literaturverfilmungen. Unten einige ausgewählte Fundstücke aus unserer Pressedokumentation:


Diese historischen Belege sind Teil der weltweit umfangreichsten Ausschnittsammlung zu Handke, die in analoger bzw. elektronischer Form in der Bibliothek des Literaturhauses eingesehen werden kann. Tagesaktuell wird in der Pressedokumentation die Berichterstattung rund um österreichische Literatur gesammelt und für die Leserschaft erschlossen. Auch die aktuelle Beschäftigung mit Peter Handke geht, unabhängig von der Positionierung der jeweils Schreibenden, in diesen wichtigen Bestand ein. Allein zu diesem Teilaspekt finden sich bei uns bereits mehr als 500 Belege (Stand von Mitte November 2019). Neben der klassichen Berichterstattung werden auch ergänzende Materialien aufgenommen - so auch ein Aufruf zu einer differenzierten Auseinandersetzung mit Handke und seinem Werk, der mittlerweile von einer Vielzahl internationaler AutorInnen, LiteraturwissenschaftlerInnen und ÜbersetzerInnen mitgetragen wird:

Erklärung deutschsprachiger AutorInnen, LiteraturwissenschaftlerInnen, PublizistInnen, ÜbersetzerInnen u.a.

Die Kritik an Peter Handke hat längst den Boden vertretbarer Auseinandersetzungen unter den Füßen verloren, sie besteht fast nur noch aus Hass, Missgunst, Unterstellungen, Verzerrungen und ähnlichem mehr, sie ist zu einer Anti-Handke-Propaganda verkommen, der jedes Mittel Recht ist, um gegen Peter Handke Recht zu behalten. Hämisch wurde die vom Suhrkamp Verlag veröffentlichte Richtigstellung der zumeist falsch wiedergegebenen Äußerungen Handkes quittiert.

Zuletzt gingen ausgerechnet Qualitätsmedien sogar soweit, die Berechtigung Handkes zur österreichischen Staatsbürgerschaft anzuzweifeln. Eine "Amtsauskunft" – auf welcher Rechtsgrundlage eigentlich? – über Peter Handke wurde eingeholt und die Möglichkeit zur Aberkennung seiner Staatsbürgerschaft in den Raum gestellt. Ein ihm zur Reisefreiheit vor 20 Jahren ausgestellter jugoslawischer Reisepass soll dafür den Ausschlag geben. Man will offenbar aus Handke mit aller Gewalt einen "serbischen Staatsbürger" oder ihn staatenlos machen.

Es ist beschämend und erbärmlich, wie hier vorgegangen wird. Es ist bestürzend, welcher Hass sich über einen Autor und sein Lebenswerk ergießt, der konsequent und radikal ohne erkennbaren Vorteil für sich selbst, vielmehr sogar noch zum eigenen Schaden, die Autonomie seiner schriftstellerischen Existenz gegen die an ihn und alle anderen Schriftsteller/innen gerichteten Erwartungshaltungen behauptet.

Die Anti-Handke-Propaganda rechnet nicht nur mit Handke ab, sie rechnet mit jedem störenden Einfluss in öffentlichen Auseinandersetzungen von Autorenseite ab. Es wird ein Machtanspruch über jeglichen Versuch selbständiger Sichtweisen gestellt. Gegen diese mediale Hetze gegen Peter Handke und die Autonomie des Schriftstellers / der Schriftstellerin setzen wir uns mit allem Nachdruck zu Wehr.

Wir haben uns in der Vergangenheit nicht mit unseren ausgebürgerten Kolleginnen und Kollegen in anderen Ländern solidarisiert, um eine angezettelte Ausbürgerungsdebatte um Peter Handke bei uns widerspruchslos zu übergehen. Wir haben uns nicht gegen propagandistische Diffamierungen und Diskreditierungen dissidenter Autorinnen und Autoren in anderen Ländern ausgesprochen, um gegen solche Attacken auf einen Autor bei uns zu schweigen.

Wir fordern alle an der Debatte Beteiligten dringend dazu auf, sich an den unmittelbar auf Handke zutreffenden Fakten zu orientieren, anstatt über den Umweg einer Diskussion über Peter Handke die versäumte Auseinandersetzung mit einem außerhalb der betroffenen Länder ansonsten ganz und gar verdrängten Kapitel jüngerer europäischer Geschichte nachzuholen. Der Wille zur Illiberalität selbst bei sich für liberal haltenden Medien ist nur noch erschreckend.

Wir laden alle Kolleginnen und Kollegen dazu ein, sich mit uns gemeinsam gegen diese Form der Auseinandersetzung zu wenden und der Erklärung beizutreten.

Initiiert von: Werner Michler, Daniel Wisser, Doron Rabinovici, Gerhard Ruiss, Julya Rabinowich, Klaus Kastberger, Teresa Präauer
Wien, 13.11.2019

Weitere Unterstützung bitte an: Gerhard Ruissgr(at)literaturhaus.at

Webseite zur Erklärung mit Liste aller UnterstützerInnen: http://www.handke-erklaerung.at/

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