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Hommage an ein hybrides Genre

In unserer Datenbank finden sich zum Formschlagwort ESSAY an die 1.000 Einträge, Essay-Bände ebenso wie Theoretisches zum Thema. Das nehmen wir zum Anlass, einen Verlag mit einer kleinen Vitrinen-Ausstellung zu würdigen, der dieses Genre in seiner ganzen Vielfalt seit vielen Jahren pflegt.

Sonderzahl, vor ziemlich genau 35 Jahren gegründet, widmet sich mit seinem Programm dem komplexesten aller Genres: dem Essay. Jener hybriden Form zwischen Literatur und Wissenschaft also, die über ein reflektierendes Ich verfügt und der, als Modus des Denkens, keine inhaltlichen Grenzen gesetzt sind. In allen Wissensgebieten sind solche suchenden, fragenden, sich selbst befragenden, ihre Themen umkreisenden Texte möglich: Von der Literaturwissenschaft bis zur Architektur, von der Filmtheorie bis zur Soziologie, von der Gesellschaftskritik bis zur Philosophie, von der Psychoanalyse bis zu den Naturwissenschaften, vom Reisebericht bis zur Poetikvorlesung reicht sein Spektrum – und da wäre eine selbstreflexive Belletristik im Geiste Robert Musils, die gegenüber einer naiven Erzählhaltung Skepsis bewahrt, noch gar nicht eingerechnet.

Darüber hinaus ist der Essay als Versuchsanordnung auch eine Lebenshaltung, die sich programmatisch der Ungleichzeitigkeit aussetzt: Um das aus der Zeit Gefallene in den Blick zu holen, das allzu Geläufige zu hinterfragen, ja zu unterminieren, und es am Möglichen zu messen."
Dieter Bandhauer

Salzburger Stefan Zweig Poetik Vorlesungen
bei Sonderzahl

„Und ein Essay, das kann viel sein. Das kann kurz sein. Das kann auch gar nichts sein. Die Bezeichnung ,Essay' schafft einen rahmenlosen Rahmen, und ich bin dankbar für jede Nichtregulierung.“
Marlene Streeruwitz: Einwurf, versuchsweise.
In: Stuttgarter Zeitung, 16.3.2010, S. 29


Klassiker des österreichischen Essayismus

„Der Essayist, der „Mann ohne Eigenschaften“, hat neben vielen Eigenschaften, die ihn auszeichnen, auch diese, daß er mit der strukturellen Begrenztheit des sprachlichen Ausdrucks vertraut und darum auf höchste Präzision eingestellt ist, – was zu Komplikationen führt, die ihn für die geläufige Welt, die auch die beiläufige ist, eben zum Manne ohne Eigenschaften machen.“
Franz Blei: Die Mechanik der Wahrheiten.
In: Menschliche Betrachtungen zur Politik. München: G. Müller 1916, S. 24


Essayistinnen vor den Vorhang

„Seit jeher versuche ich, erzählerische Momente mit essayistischen Momenten zu verknüpfen, weil sie ohnehin zusammengehören, und mit den richtigen Tentakeln wäre es gut möglich, sich zu den Gedichten oder zu szenischen Begebenheiten hinüberzuhangeln. Es wäre ein Traum, nicht unentwegt von neuen Gattungen zu reden. Slam und Spoken Words sind neue Gatter, Abzäunungen, Fixierungen gegen andere Möglichkeiten, und ich will auf das Gegenteil hinaus. Ich will Abgrenzungen nicht akzeptieren.“

Zsuzsanna Gahse: Andererseits. Salzburger Stefan Zweig Poetikvorlesung, Band 7.
Wien: Sonderzahl 2020, S. 35–36.


Aus den Beständen der Bibliothek im Literaturhaus

In der Datenbank finden sich zum Formschlagwort ESSAY an die 1.000 Einträge – Essay-Bände ebenso wie Theoretisches zum Thema.

„Ein Aphorismus ist etwas, was dem Schrei­benden einen Essay als Kommentar erspart, den Lesenden jedoch infolgedessen aufs höchste schockiert.“
Peter Altenberg: Prodromos. 4. Aufl. Berlin: S. Fischer 1919, S. 129.

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