logo kopfgrafik links adresse mitte kopfgrafik rechts
   

FÖRDERGEBER

   Bundeskanzleramt

   Wien Kultur

PARTNER/INNEN

   Netzwerk Literaturhaeuser

   mitSprache

   arte Kulturpartner
   Incentives

   Bindewerk

kopfgrafik mitte

Arno Geiger: Kleine Schule des Karussellfahrens.

Roman.
München, Wien: Hanser, 1997.
245 S., geb.; DM 36.-.
ISBN 3-446-19107-0.

Link zur Leseprobe

Ein Du und Lila treffen aufeinander. Es entwickelt sich eine kurze Affäre. Dieses Du, das sich auch Philipp Worovsky nennt, ist nicht besonders sympathisch, nicht besonders intelligent, auch nicht heroisch und nicht besonders sensibel - es ist nichts Besonderes. Und dennoch sehnt es sich trotzig nach dem Außergewöhnlichen, es träumt von Neuseeland, Napoleon oder der Französischen Revolution. Zu schwach, seinen Träumen Wirklichkeit einzuhauchen, döst es meist vage in sommerlicher Alltagsfadesse und scheitert programmgemäß an seiner ironischen Distanz zum Leben: "Du bist beim besten Willen kein Held, du bist einfach nur du". Und dieses Du bleibt im Unbestimmten.

Vielleicht, suggeriert der Autor, hätte sich sein Protagonist zu einer anderen Zeit an einem anderen Ort zu wahrer Größe aufschwingen können.
Vielleicht hätte er entscheidende Worte unter dem Fallbeil der Guillotine finden können. Aber so...

Nachdem das Heute ihm Größe verwehrt, füllt Worovsky die leeren Seiten mit kurzlebigen Affägen. Aber seine Obsessionen für Lila, Lana und Katja sind ebenso wesenlos wie seine Liebelei mit Lolly, einem DIN A 4-Model aus einer Hochglanzmodezeitschrift aus dem Wartezimmer seines Zahnarztes. "Dein Leben kommt mir vor wie Buchattrappen in Möbelgeschäften, hohle Pappdinger", wirft ihm die zweidimensionale Lolly hellsichtig an den Kopf. Und Arno Geiger läßt uns keine Hoffnung, daß sich dieses Du irgendwann in ein Ich verwandeln könnte.

"Kleine Schule des Karussellfahrens" ist der erste Roman des jungen Vorarlberger Schriftstellers. Das Buch ist im renommierten Hanser Verlag erschienen, ein Jahr nach Geigers Teilnahme am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. Die Wettbewerbsjury konnte sich für die Erzählung "Das Kürbisfeld" nicht begeistern, und es ist dem Hanser Verlag anzurechnen, daß er sich trotzdem für den Autor und seine Schattenfigur Philipp Worovsky interessierte.

Anne M. Zauner
20. September 1997

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Link zur Druckansicht
Veranstaltungen
Ein Album für die Ewigkeit – Bodo Hell zu Gast bei Fritz Ostermayer

Di, 26.03.2019, 19.00 Uhr Autor/inn/en reden über Musik und Textproduktion Ich befürchte, dass...

open mike 2018 on tour

Mi, 27.03.2019, 19.00 Uhr Lesungen der open-mike-Preisträger/innen 2018 Der seit 1993 jährlich...

Ausstellung
Ein verborgenes Netzwerk – Zu Gast bei Alois Vogel von 1953 bis 1966

30.01.2019 bis 18.04.2019 In Alois Vogels Haus in Pulkau fand sich eine kleine Archivbox mit über...

Hommage an Jakov Lind (1927-2007)

01.04. bis 25.04.2019 Der Autor, Maler und Filmemacher Jakov Lind, 1927 als Sohn jüdischer Eltern...

Tipp
Soeben erschienen – die flugschrift Nr. 26 von Thomas Havlik

Thomas Havliks poetisches Tun ist an den Grenzen von Sprache angesiedelt, dort, wo Sprache...

Bücherflohmarkt von 18.03. bis 11.04.2019

Mit neuwertigen Spendenbüchern und Dubletten - darunter viele aktuelle literarische Titel. Der...