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Clemens Hausmann: Das neue Land.

Roman.
Wels: Edition Pangloss,1997.
(Reihe Welser Autorinnen und Autoren 12).
186 S., geb.; öS 250.-.
ISBN 3-901132-17-1.

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Der Held dieser Geschichte ist Kalkreuther, Student in Wien. Er ist Einzelkind, mehr noch eine Einzelfigur, entstammt kleinbürgerlichen provinziellen Verhältnissen, und entflieht diesen sofort nach der Matura. So schnell bringt ihn nichts in die Kleinstadt zurück.

Finanziell hält er sich mit diversen Jobs über Wasser. Mal aktualisiert er EDV-Programme, ist Hundesitter oder führt norwegische Touristen durch das weinselige Wien.

Kalkreuther ist sehr theaterbegeistert. Bei einem seiner vielen Besuche im Burgtheater lernt er Rainhard kennen. Dieser studiert Theaterwissenschaft und jobt als Billeteur im Haus am Ring. Nach Vorstellungsende zieht er gelegentlich mit ihm durch die Lokale der Stadt.

Da den beiden oft langweilig ist, erfinden sie Kunstfiguren, welche sie ganze Filme erleben lassen. Überhaupt ist das Reden über Filme fester Bestandteil ihrer nächtlichen Lokaltouren. Nouvelle Vague, Pop Art und Warhol-Filme haben es ihnen besonders angetan.

Eines Tages erhält Kalkreuther einen Anruf von Draga. Die Kunststudentin sucht jemanden, der ihre künstlerischen Ideen - Leuchtschrifttexte und Spruchtafeln - in das Medium Computer übersetzt,sozusagen verfremdet.

Sie fasziniert ihn zunächst, doch merkt er sehr bald, daß ihr Gerede nur aus Zitaten besteht, ihre Ideen Kopien sind.Sie benützt ihn für ihre Zwecke, doch ohne sichtbare Resultate. Genervt verabredet sich Kalkreuther mit Rainhard, und sie fantasieren wieder gemeinsam über die von ihnen geschaffene Kunstfigur Franz und deren Erlebnisse.

Die oberösterreichische Edition Pangloss hat sich zum Ziel gesetzt, kritische und zeitgerechte Literatur aus der Provinz zu verbreiten. Mit Clemens Hausmanns "Das neue Land" ist ihnen damit ein weiterer Treffer gelungen.

Der Roman des in Salzburg lebenden Autors (1966 in Gmunden geboren) liest sich wie eine Aneinanderreihung von einzelnen Szenen und Drehbucheinstellungen, selbst der Vorspann fehlt nicht.
Die Geschichte zeigt das Bild einer oberflächlichen Generation, die sich in Medien wie Kunst oder Film zurückzieht und mit sich nicht viel anzufangen weiß.

Das Leben der beiden Hauptfiguren ist ziemlich eintönig, plätschert so vor sich hin. Mit den Frauen will es auch nicht so recht klappen. Also erfindet man eigene Geschichten, um die Zeit irgendwie totzuschlagen. Die Kunstfiguren erleben all das, was ihnen im wirklichen Leben vorenthalten bleibt.

Karin Fleisch
13. August 1997

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