logo kopfgrafik links adresse mitte kopfgrafik rechts
   

FÖRDERGEBER

   Bundeskanzleramt

   Wien Kultur

PARTNER/INNEN

Netzwerk Literaturhaeuser

mitSprache

arte Kulturpartner

Incentives

Bindewerk

kopfgrafik mitte

Michael Köhlmeier: Roman von Montag bis Freitag.

38 stories.
Wien: Deuticke, 2004.
168 S.; geb.; Eur[A] 16,90.
ISBN 3-216-30722-0.

Link zur Leseprobe

Der Autor Michael Köhlmeier präsentiert in seinem neuen "Roman" Miniaturen, die den Mensch zum Thema haben und entspricht damit natürlich nicht dem Genre Roman. Es sind kleine Geschichten rund um die Menschen, die alle für sich allein gelesen werden können. Es sind Szenen, die mitten aus dem Leben eines Beteiligten herausgegriffen werden und somit nicht immer einen Anfang und ein Ende haben. Köhlmeier zeigt uns in diesen Episoden das Leben, unser Leben, wie wir es kennen, wenn wir es mit genauso wachem beobachtendem Blick wie der Autor wahrnehmen würden. (Was wir aber oft nicht tun).

Es sind prägnante, auf den Punkt gebrachte Episoden: sei es die Begegnung mit einem bekannten Gesicht im Supermarkt, das unangenehme Gefühle weckt. Doch wer die Person ist und was der Anlass der negativen Empfindungen ist, bleibt verborgen, weil der Autor sich nicht mehr erinnern kann. Oder Geschichten wie die der Kriegsbraut Frau Vallaster, die sich nach der politischen Wende im Alter von 80 Jahren auf den Weg in ihre alte Heimat Ostpreußen machte.

Es sind Erinnerungssprenksel, etwa die Geschichte der Zwillinge Fenkart, die gar keine Zwillinge sind oder jene der Bahnwärterfamilie, die gleich zweimal Zwillinge hatte. Dem Autor ein Indiz für Unvernunft, denn "vernünftige Leute hatten vielleicht ein Zwillingspaar, aber nicht gleich zwei". Die Episode der überraschenden Heimkehr der Tochter offenbart Generationenkonflikte. Der Tod der Katze im Kochtopf ist gleichermaßen tragisch und bizarr.

Die kleinen Geschichten, die ob ihrer Kürze kaum in wenigen Worten zusammengefasst werden können, nennt Köhlmeier "Roman von Montag bis Freitag". Da es sich um erkennbare autobiografische Erlebnisse und Erfahrungen handelt - Köhlmeier vertuscht dies auf keinen Fall -, kann der Titel nur andeuten, dass es dem Autor um das Alltagsgeschehen geht. Denn er weiß, es ist der Alltag, der den Stoff für Romane liefert. Es handelt sich also um die ganz normalen und einfachen Dinge, die man täglich erledigt wie das Einkaufen, Putzen, Kochen, Telefonieren, Zeitung-Lesen, ... Diese aber, und das ist das Verblüffende und macht den literarischen Wert der Texte aus, sind es in der Wiedergabe Köhlmeiers wert, erzählt zu werden. Natürlich liegt dies am Autor, dem es gelingt, mit dem Erzählen einfachster Erlebnisse das Gefühl hervorzurufen, dass sich dahinter große Geschichten verbergen. Geschichten, die sich im Alltag der Menschen und nicht in der Wochenendpause zutragen. Deshalb: Gönnen wir Michael Köhlmeier sein wohlverdientes Wochenende!

 

Eva Magin-Pelich
15. Mai 2004

Originalbeitrag

 

Link zur Druckansicht
Veranstaltungen
Literaturhaus-Textwerkstatt

Do, 25.04.2019, 18.00-21.00 Uhr Uhr Schreibwerkstatt für Autor/inn/en von 18 bis 26 Jahren Die...

schriftlinien – Brigitta Höpler | Rhea Krcmárová | Erika Kronabitter | Barbara Rieger | Andrea Zámbori

Fr, 26.04.2019, 19.00 Uhr Transmediale Poesie Die Veranstaltungsreihe schriftlinien widmet sich...

Ausstellung
Christine Lavant – "Ich bin wie eine Verdammte die von Engeln weiß"

09.05. bis 25.09.2019 Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit ihrem Werk und die...

"Der erste Satz – Das ganze Buch" – Sechzig erste Sätze
Ein Projekt von Margit Schreiner

24.06.2019 bis 28.05.2020 Nach Margret Kreidl konnte die Autorin Margit Schreiner als...

Tipp
Soeben erschienen – die flugschrift Nr. 26 von Thomas Havlik

Thomas Havliks poetisches Tun ist an den Grenzen von Sprache angesiedelt, dort, wo Sprache...

ZETTEL, ZITAT, DING – GESELLSCHAFT IM KASTEN

Noch bis 23. Mai ist Margret Kreidls Zitatkasten-Kunstwerk im Literaturhaus zu sehen....