logo kopfgrafik links adresse mitte kopfgrafik rechts
   

FÖRDERGEBER

   Bundeskanzleramt

   Wien Kultur

PARTNER/INNEN

Netzwerk Literaturhaeuser

mitSprache

arte Kulturpartner

Incentives

Bindewerk

kopfgrafik mitte

Walter Kappacher: Wer zuerst lacht.

Erzählungen.
Wien, München: Deuticke, 1997.
160 S., geb.; öS 248.-.
ISBN 3-216-30273-3.

Link zur Leseprobe

Einfache Durchschnittstypen sind es, die das Personal für die Erzählungen des österreichischen Autors Walter Kappacher bilden.
Da ist etwa jener angehende Schriftsteller, der in der Autobranche einen Job findet und letztendlich nicht mehr schreiben kann, als er das Nachwort zu den Werken seines Freundes verfassen soll. Er kam bei einem Verkehrsunfall ums Leben, nachdem er aufgrund eines plötzlichen Lachanfalls im Stiegenhaus seines Chefs in der Salzburger Landesnervenklinik gelandet war.

Kappacher betritt die Welt der Angestellten ebenso selbstverständlich wie die Welt der Firmenchefs, des Jahrmarktrummels, die Welt der Autobranche, der Rennfahrer und (Möchtegern-)Mechaniker.

So bescheiden seine Figuren dargestellt sind, so wirkt auch Kappachers Sprache. Er erzählt einfach. Zum Beispiel von jemandem, der ins Kaffeehaus geht, die Zeitung aufschlägt und sich über eine Frau mit Kind ärgert, die sich ohne zu fragen an seinen Tisch setzt.

In der Erzählung "Im Zossener Bad" beschließt ein Mann an einem Samstag, sein Leben im Städtischen Wannenbad zu verbringen, um dort zu meditieren. Doch nicht einmal dort ist er vor der Bürokratie sicher. Daß das Fernsehen von ihm berichtet, nimmt er gerade noch in Kauf, daß er aber daraufhin vom Kontrollor der Krankenkasse unregelmäßig aufgesucht wird, verstört ihn und zerstört seine Ruhe. Was ihm bleibt, ist keineswegs eine neue Zurückgezogenheit, sondern das Zählen der Stunden bis zur nächsten Kontrolle.

Es ist einerlei, ob vom eintönigen Warten eines Wärters auf einem Autoabstellplatz die Rede ist oder von Rennfahrern und Mechanikern, die am Ende umkommen, oder von einer jungen Firmenangestellten, die es bis zur Chefsekretärin schafft und als Trinkerin endet - sie alle spiegeln eines wider: Resignation vor dem Banalen.

Susanne Zobl
20. August 1997

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Link zur Druckansicht
Veranstaltungen
PODIUM-Themenheft "Heldenreise" – Thomas Ballhausen | Patricia Brooks | Ilse Kilic | Carsten Schmidt

Mi, 24.04.2019, 19.00 Uhr Zeitschriftenpräsentation mit Lesungen Helden reisen und kehren...

Literaturhaus-Textwerkstatt

Do, 25.04.2019, 18.00-21.00 Uhr Uhr Schreibwerkstatt für Autor/inn/en von 18 bis 26 Jahren Die...

Ausstellung
Hommage an Jakov Lind (1927-2007)

01.04. bis 25.04.2019 Der Autor, Maler und Filmemacher Jakov Lind, 1927 als Sohn jüdischer Eltern...

Christine Lavant – "Ich bin wie eine Verdammte die von Engeln weiß"

09.05. bis 25.09.2019 Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit ihrem Werk und die...

Tipp
Soeben erschienen – die flugschrift Nr. 26 von Thomas Havlik

Thomas Havliks poetisches Tun ist an den Grenzen von Sprache angesiedelt, dort, wo Sprache...

ZETTEL, ZITAT, DING – GESELLSCHAFT IM KASTEN

Noch bis 23. Mai ist Margret Kreidls Zitatkasten-Kunstwerk im Literaturhaus zu sehen....