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Leseprobe: Alexander Lernet-Holenia - "Mars im Widder."

Früher, wenn Geschwader sich auf den Marsch begeben hatten, war es mit dem Rauschen unzähliger Hufe geschehen, als wirble der Wind welke Blätterhaufen empor, oder als fielen Eisschloßen. Nun tosten die Motoren. Aber hatte man einst auch, als man noch in den Linien oder knapp vor den Linien gestanden, gemeint, mit den Regimentern die Landschaft zu überziehen wie mit unverrückbaren geometrischen Figuren, in denen man, immer und überall, genau wußte, an welcher Stelle jeder einzelne, wie in einem Sternbild, stand: die Adler, die Trompeter, die Offiziere, und darin die hermetische Ordnung selbst einen Toten noch aufrechterhalten hätte - so fühlte man auch heute noch das Gefüge der Gemeinsamkeit, einer schrecklicheren freilich als je, und daß man sich nicht nur mit den Leuten, sondern in der Gemeinschaft der Leute, aus der es kein Entrinnen mehr gab, gegen die Gefahr bewegte. Gegen welche Gefahr? Man wußte es nicht. Man weiß es nie. (S.100)

Es waren Tausende von Krebsen, wie hätte man ahnen können, daß so viele im Bach gewesen! Sie kamen aus dem Dunkel des Feldes rechts und krochen in das Feld links, ins Dunkel. Sie wanderten von Osten nach Westen. (...) Der Zug, schabend und schleifend, rasselnd und klirrend wie ein Geschwader von Gerüsteten, bewegte sich dahin, eine Summe unzählbar vieler Bewegungen, und schien unaufhaltsam, es war, als sei es ein einziges Tier, das über die Straße krieche, die Fühlfäden tasteten, die Augen starrten, und die Panzer glänzten im Mondlicht. (S.141f)

(c) 1997, Paul Zsolnay Verlag Gesellschaft m. b. H., Wien.
Publikation mit freundlicher Genehigung des Verlags.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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