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Erstes Wiener Lesetheater – Kindernazi von Andreas Okopenko


Do, 21.02.2013, 19.00 Uhr

Lesung

Das Deutsche Jungvolk hat ihn soeben aufgenommen, das Pimpfenbüchlein erklärt dem Pimpf, was Pimpfenart und Pimpfenpflichten sind: Jungvolkjungen sind hart, schweigsam und treu – Jungvolkjungen sind Kameraden – der Jungvolkjungen Höchstes ist die Ehre.
In seinem Roman Kindernazi – 1984 im Salzburger Residenz Verlag und zuletzt 1999 im Klagenfurter Ritter Verlag erschienen – erzählt Andreas Okopenko (1930–2010) die Geschichte des Buben Anatol. Zwar ließ der Autor seine eigenen Erfahrungen als "Pimpf" in der Hitlerjugend einfließen, wollte diese aber nicht mit jenem Wissen beschreiben, das er als Erwachsener hatte. Kindernazi ist ein radikaler Versuch, sich selbst gegenüber ehrlich zu sein und nicht "allzustreichelnd" seiner "Nachhersoklugheit" nachzugeben. Dass Okopenko Anatols Geschichte in umgekehrter Chronologie, nämlich von 1945 rückwärts bis 1939, erzählt, soll ein Weg sein, die Spuren, die das Rad der Zeit hinterlassen hat, Schritt für Schritt zurückzuverfolgen.
Projektleitung: Helga Golinger
Es lesen: RRemi Brandner, David Czifer, Helga Golinger, David Ignjatovic, Jakub Kavín, Michael Reiter
(Eine Veranstaltung des Ersten Wiener Lesetheaters, mit freundlicher Unterstützung des Ritter Verlags)

 

 

 

 

 

 

 

 


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