„Dichte ich in Worten, wenn ich denke?“ – Ferdinand Schmatz oder: Nur der „Avantgardist“ kann Romantiker sein


Ferdinand Schmatz, Foto: Andrea Baczynski

Di, 16.04.2013, 19.00 Uhr

Buchpräsentation mit Vortrag | Gespräch | Lesung

Es sind alte Träume von einem Zustand, in dem Sprachlogik und Leib, Selbst und Ding noch keine unvereinbaren Sphären waren, die den „Avantgardismus“ des Dichters Ferdinand Schmatz, der vor kurzem seinen 60. Geburtstag feierte, hervorbrachten. Diese Dichtung, eine der ganz wenigen, die einen eigenständigen Begriff von Sprachkunst heute geschaffen haben, lehrt lustvoll: Nur wer die exakte Erforschung der Bewusstseinsfunktionen während des Sprechens nicht scheut, kann jene alten poetischen Träume heute wahr machen – ohne Regression, Attitüde und Wiederholungszwang.
In „Dichte ich in Worten, wenn ich denke?“ Ferdinand Schmatz oder: Nur der „Avantgardist“ kann Romantiker sein (Ritter, 2012) versucht der Literaturwissenschaftler Sebastian Kiefer jene teils verschütteten Zusammenhänge zwischen Avantgarde und Romantik sichtbar zu machen.

Sebastian Kiefer spricht zu seinem Buch, Ferdinand Schmatz liest eigene Texte und der Literaturwissenschaftler Thomas Eder (Universität Wien) moderiert.

Ferdinand Schmatz, geb. 1953, lebt als freier Schriftsteller in Wien. Studium der Germanistik und Philosophie in Wien, Leiter des Instituts für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien, Herausgeber des Nachlasses von Reinhard Priessnitz; zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Anton-Wildgans-Preis 2002; Heimrad-Bäcker-Preis 2006; H.C.-Artmann-Preis 2006. Bücher (Auswahl): Der gesamte Lauf (1977), der (ge)dichte lauf (1981), die wolke und die uhr (1986), Sinn & Sinne (1992), speise gedichte (1992), SPRACHE MACHT GEWALT (1994), Farbenlehre (gem. mit Heimo Zobernig, 1995). Lieber Herr Fuchs, Lieber Herr Schmatz! Eine Korrespondenz zwischen Dichtung und Systemtheorie (1997), bei Haymon: dschungel allfach. prosa gedicht (1996), maler als stifter. Poetische Texte zur bildenden Kunst (1997), das grosse babel,n (2000), Portierisch. Roman (2001), Tokyo, Echo oder wir bauen den Schacht zu Babel, weiter. Gedichte (2004), Durchleuchtung. Ein wilder Roman aus Danja und Franz (2007), quellen. Gedichte (2010).