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quo vadis bodypainting? poesie und komik.
Eine Kooperation von schule für dichtung, Literaturhaus Wien und Top Kino


quo vadis body painting?, Jacques Palminger

Ulrike Sterblich aka Topcheckerbunny, Foto: Miriam Ellerbrake

Johannes Ullmaier, Foto: sfd/Andy Urban

Johannes Witek, Foto: sfd/Andy Urban

Jacques Palminger, Foto: Jörg Follert

Fr, 19.06. bis Mo, 22.06.2015

Festival | Lectures | Lesungen | Performances | Film

Wann haben sie zuletzt bei der Lektüre eines Buches hellauf gelacht? Gibt es Gedichte zum Wiehern? Gar einen »poetischen act«, der einen losprusten lässt und Lachtränen in die Augen treibt? Gibt es alles, aber: viel zu selten!

Wissend, dass die Vorstellungen von Humor und Komik so verschieden sind wie Geschmäcker und Watschen, begeben wir uns vier Abende lang dennoch auf die Suche nach dem »Komischen« in der Poesie – wobei unser erweiterter Poesiebegriff über das rein Literarische hinauszielt und wir daher auch in den Revieren Film, Videokunst und Performance herumwildern.
Soviel zumindest scheint sicher: dort, wo Humor draufsteht, ist meist keiner drin. Das ausgestellt Witzige gehört den »Comedians« der Privatsender und dem schlechten Kabarett. Soll sein. Uns aber interessiert das Komische als Abfallprodukt einer ernsten Anstrengung, das Lächerliche als Kehrseite des Erhabenen und der Wortwitz als Slapstick von Gedanken. Dass auch das Scheitern komisch sein kann, wissen wir spätestens seit Beckett, eigentlich aber schon seit Homer und dessen unauslöschlichem Gelächter aus dem Olymp.

quo vadis bodypainting? trennt den Humor nicht entlang der bildungsbürgerlichen Grenze von »gehoben« und »billig«, sondern sucht das poetisch Einende im Disparaten – und findet: Trash im Altgriechischen, »poésie sonore« im Popvideo, Zoten im akademischen Diskurs, Witz im Panischen und das Gesamtkunstwerk Wenzel Storch!

Da es in den zeitgenössischen Künsten leider nicht allzu viel zu lachen gibt und das Leben in den neoliberalen Tretmühlen auch nicht gerade den Frohsinn fördert, halten wir uns wider besseren Wissens an einen Satz von Friedrich Nietzsche und missbrauchen ihn als Durchhalteparole: »Wir müssen die Dinge lustiger nehmen, als sie es verdienen, zumal wir sie lange Zeit ernster genommen haben, als sie es verdienen.« Fritz Ostermayer (Künstlerischer Leiter der schule für dichtung und Kurator von quo vadis bodypainting?)

Fr, 19.06.2015
17.30 Uhr
Begrüßung: Robert Huez (Literaturhaus Wien)
Grußworte:
Julia Danielczyk (Literaturreferentin der Kulturabteilung der Stadt Wien)
Robert Stocker (Leiter der Abteilung Literatur und Verlagswesen im Bundeskanzleramt)
Eröffnung: Fritz Ostermayer

18.00 Uhr
Supatopcheckerbunny (Berlin) – Lesung mit Videos
Naivität als Waffe: mit ihren alltagspoetischen Interventionen balanciert die Künstlerin lachend über den Abgründen des Banalen. In Wien empfängt als Gast Tex Rubinowitz

19.00 Uhr
Johannes Ullmaier (Mainz) – Lecture
Der Literaturwissenschaftler referiert über das »Narrentum« als renitente Konstante der Kulturgeschichte und beweist en passant, dass eine »fröhliche Wissenschaft« möglich ist.

20.00 Uhr
Johannes Witek (Salzburg) – Lesung
Wenn der Salzburger Autor nicht dezitiert dem Satirischen frönt wie in seinem zum Brüllen komischen Roman Voltaires Arschbacken (Chaotic Revelry, 2013), dann liegt sein Humor eher wie ein waidwundes Tier auf der Lauer.

21.00 Uhr
Jacques Palminger (Hamburg) – Freestyle-Performance
Das abstruseste Drittel der eh schon abstrusen Humortruppe Studio Braun (Heinz Strunk, Rocko Schamoni) erstmals solo in Wien! Palmingers Komik ist unbeschreiblich, nah gebaut am Fremdschämen. Trotzdem muss man/frau immer wieder (entsetzt) auflachen: ein Buster Keaton der letzten Dinge.

Ulrike Sterblich aka Supatopcheckerbunny, geb. 1970 in Berlin, ist freie Autorin und Moderatorin. Als Supatopcheckerbunny war sie von 2004 bis 2011 Gastgeberin der Bühnenshow Berlin Bunny Lectures. In dieser Zeit hat sie auch Kurzhörspiele für die rbb-Radiosendung Show Royale mit Dirk Stermann und
Christoph Grissemann und Einspieler für deren TV-Sendung Willkommen Österreich produziert. Zusammen mit Tex Rubinowitz hat sie Supatopcheckerbunny-Comics für die Zeitschrift Titanic gemacht. Ihr letztes Buch Die halbe Stadt, die es nicht mehr gibt erschien 2012 im Rowohlt Verlag.
Johannes Ullmaier, geb. 1968, arbeitet an der Uni Mainz; Mitgründer und -herausgeber der Zeitschrift testcard; Buchveröffentlichungen: Yvan Golls Gedicht Paris brennt (1995); Pop shoot Pop (1995); Kulturwissenschaft im Zeichen der Moderne (2001); Von Acid nach Adlon und zurück. Eine Reise durch die deutschsprachige Popliteratur; Schicht! Arbeitsreportagen für die Endzeit (Hg., Suhrkamp, 2007).
Johannes Witek, geb. 1981, lebt in Salzburg. Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien, Buchpublikationen (alle im Kölner Chaotic-Revelry-Verlag): Was sie im Norden der Insel als Mond anbeten, kommt bei uns im Süden in die Sachertorte (Gedichte und Prosa, 2009), Gebete an den Alligator und die Klimaanlage (Schon wieder Gedichte und Prosa, 2011), Voltaires Arschbacken (Endlich ein Roman, 2013), Wenn alle Sängerknaben der Welt das hohe C singen, muss ich mir in den Kopf schießen (2014).
Jacques Palminger, 1964 im Kreise seiner engsten Verwandten geboren. Nach einer Jugend verließ er seinen bürgerlichen Korpus, ging nach Berlin und formte sich ein Leben nach eigenem Gusto. Anhaltende Depressionen drängten ihn Ende der 80er Jahre immer tiefer in die Musikszene. Palminger experimentierte mit Gewalt und erkämpfte sich so eine Führungsposition. Später zerstritt er sich mit der gesamten Branche. Verärgert zog er 1992 nach Hamburg. Er zeugte im Streit zwei Kinder und spielte Schlagzeug in der Punkband Dackelblut. Heute geht es ihm wesentlich besser als früher. Palminger ist Gründungsmitglied der Geheimloge Studio Braun, spielt Dub mit den Kings of Dub Rock und Jazz mit der Gruppe Jzz & Lyrk.

(Eine Kooperation von schule für dichtung, Literaturhaus Wien und Top Kino, unterstützt vom Filmfonds Wien



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