logo kopfgrafik links adresse mitte kopfgrafik rechts
   

FÖRDERGEBER

Bundeskanzleramt

Wien Kultur

PARTNER/INNEN

Netzwerk Literaturhaeuser

mitSprache

arte Kulturpartner

Incentives

Bindewerk

kopfgrafik mitte

Cross the Order – über Geografien im Kopf und Orte im Nirgendwo


Festivalsujet: Patrick Pilsl alias Martin Dean / zu sehen in der Ausstellung imaginäre geografien, von 2.11.2017 bis 28.02.2018 in der schule für dichtung, 1070, Mariahilferstraße 88a/stiege III/7

Fritz Ostermayer, Foto: © Andy Urban

Johannes Ullmaier, Foto: © Andy Urban

Judith Schalansky, Foto: © Susanne Schleyer

Alastair Bonnett, Foto: privat

Andreas Spechtl, Foto: © Rabea Erradi

Fr, 03.11.2017 bis Sa, 04.11.2017

 

Festival mit Lectures | Lesungen | Performances | eine Kooperation von Literaturhaus Wien und schule für dichtung

Meine imaginären Länder: Für mich bilden sie eine Art Puffer-Staaten, damit ich nicht an der Realität leide. Henri Michaux

Jeder Winkel ist erforscht, jeder Fleck kartografiert. Google, GPS und andere Intelligent Services haben ganze Arbeit geleistet bei der Vermessung der Welt und Auskundschaftung ihrer letzten Verstecke. Es scheint hoch an der Zeit, "Eskapismus" neu zu delirieren: als Flucht nach vorn – als Eroberung von Orten, die sich auf keiner Landkarte finden lassen, weil sie nur in den Köpfen von Dichterinnen, Spinnern, Kryptogeografinnen und anderen Wissenschaftspoeten existieren.
Es braucht neue Karten und Texte: Antikarten/Gegentexte, mit deren Hilfe wir den globalen, unterschiedslosen Nicht-Orten entkommen können und die uns zum Aufbruch anspornen. Wohin? Am besten in die selbstgewählte Ortslosigkeit "temporärer autonomer Zonen". Denn unser neu delirierter Eskapismus muss ein aktivistischer sein, muss ein neugieriges Erkunden von "unknown spaces" sein, deren Eigenzeit und Eigenörtlichkeit wir noch nicht kennen, weil sie vielleicht noch gar nicht existieren bzw. nur in den Köpfen ihrer baldigen "Entdecker".
Also lasst uns auf die Suche nach der Realität im Imaginären (und umgekehrt) machen und dabei zielstrebig durch noch zu findende "hidden geographies" irren. Gerne verwischen wir dabei die Grenzen zwischen Wahrheit und Illusion, wenn es der Wiederverzauberung bekannter Topografien dient. Eines aber ist sicher: "Wohin man nicht geht, dort gibt es überhaupt keine Landschaft." Fritz Ostermayer (künstlerischer Leiter der schule für dichtung und Cross the Order Kurator)

 

Fr, 03.11.2017, 18.00 Uhr
Begrüßung: Robert Huez (Literaturhaus Wien),
Julia Danielczyk (Kulturabteilung Stadt Wien)

Eröffnung: Fritz Ostermayer

18.30 Uhr
Johannes Ullmaier (Mainz) Lecture
Der nun schon traditionelle Theorie-Smash-Hit-Opener! Diesmal gibt der Literaturwissenschaftler unseres Vertrauens eine kurze Geschichte imaginärer Geografien und den sich dahinter verbergenden symbolischen Räumen: vom Himmel (Utopia?) bis zur Hölle (Dystopia?) und was sonst noch dazwischen liegt an archetypischen Entwürfen und Gegenentwürfen (Schlaraffenland?).

19.30 Uhr
Judith Schalansky (Berlin) Lesung
2009 im mare-Verlag erschienen, gilt Judith Schalanskys Atlas der abgelegenen Inseln heute bereits als Klassiker fiktionaler Reise- und Entdeckerliteratur, dessen Untertitel geradezu einem Offenbarungseid gleichkommt: Fünfzig Inseln, auf denen ich nie war und niemals sein werde. Großes Kopfkino also. Und sinnlich wie nur was – meint die Autorin und genialische Buchgestalterin doch selbst: "Landkarten müsste man eigentlich zu den Erd-Erotika zählen und den 3-D-Globus zur Pornografie." Wie wahr!     

20.15 Uhr
Alastair Bonnett (Newcastle) Lecture & Lesung in englischer Sprache:
Einem größeren Publikum bekannt wurde der britische Sozialgeograf durch sein ebenso skurriles wie lehrreiches Buch Die seltsamsten Orte der Welt – Geheime Städte, Verlorene Räume, Wilde Plätze, Vergessene Inseln (C. H. Beck, 2015), dessen Lektüre selbst den größten Stubenhocker zur Topophilie verführt. Seine "seltsamen Orte" denkt sich der Autor als "Rebellenstützpunkte der Imagination". Wie schön!

20.50 Uhr
Andreas Spechtl
(Berlin) Lesungsperformance mit Musik
Flucht nach vorn im politischen Liedgut: "Ich wünsch mich dahin zurück, wo's nach vorne geht" – mit dieser Zeile beginnt Libertatia, das bislang letzte Album der Band Ja, Panik von 2014. Danach widmeten sich die Musiker/innen einer Art psychogeografischen Aaufarbeitung ihrer Bandgeschichte als irrlichternde Autobiografie: Futur II (Verbecher Verlag, 2016). In seiner Performance wird sich der Ja, Panik-Frontmann zwischen der Piraten-Utopie Libertatia und der "vollendeten Zukunft" von Futur II seinen eigenen Reim auf reale und fiktionale Ortlosigkeiten machen - lesend, singend, (tanzend gar?). Wie geil!


J
ohannes Ullmaier, geb. 1968, arbeitet an der Uni Mainz; Mitgründer und -herausgeber der Zeitschrift testcard; Buchveröffentlichungen: Yvan Golls Gedicht Paris brennt (1995); Pop shoot Pop (1995); Kulturwissenschaft im Zeichen der Moderne (2001); Von Acid nach Adlon und zurück. Eine Reise durch die deutschsprachige Popliteratur; Schicht! Arbeitsreportagen für die Endzeit (Hg., Suhrkamp, 2007).

Judith Schalansky, geb. 1980 in Greifswald, studierte sie Kunstgeschichte und Kommunikationsdesign. Ihr literarisches Debüt, der Matrosenroman Blau steht dir nicht (mare), erschien 2008. Für ihren Atlas der abgelegenen Inseln und für den Roman Der Hals der Giraffe (Suhrkamp, 2011) wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Preis der Stiftung Buchkunst (Die schönsten deutschen Bücher). Seit 2013 gibt sie im Verlag Matthes & Seitz die Reihe Naturkunden heraus. Judith Schalansky lebt als Gestalterin und freie Schriftstellerin in Berlin.

Alastair Bonnett, ist Professor für Sozialgeografie an der Universität von Newcastle. Seine Forschungsschwerpunkte sind "The idea of the West", "The politics and geography of nostalgia and memory", "The international history of anti-racism, racism and 'whiteness'" und "The geographical theories of the European avant-garde". Zu seinen Buchpublikationen zählen u. a. What is Geography? (Sage, 2008) und How to Argue (Pearson, 2001). Von 1994-2000 war er Herausgeber der Zeitschrift Transgressions: A Journal of Urban Exploration. In deutscher Übersetzung ist von ihm neben Die seltsamsten Orte der Welt jüngst der Atlas unserer Zeit: 50 Karten eines sich rasant verändernden Planeten (Du Mont, 2017) erschienen.

(Eine Kooperation von Literaturhaus Wien und schule für dichtung)

 


Link zur Druckansicht
Veranstaltungen
Hendrik Otremba Kachelbads Erbe (Hoffmann und Campe, 2019)

Mi, 18.09.2019, 19.00 Uhr Neuerscheinung Herbst 2019 | Buchpräsentation mit Lesung & Gespräch ...

Andrea Grill Cherubino (Zsolnay, 2019)

Fr, 20.09.2019, 19.00 Uhr Neuerscheinung Herbst 2019 | Buchpräsentation mit Lesung, Musik &...

Ausstellung
Christine Lavant – "Ich bin wie eine Verdammte die von Engeln weiß"

09.05. bis 25.09.2019 Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit ihrem Werk und die...

"Der erste Satz – Das ganze Buch"
– Sechzig erste Sätze –
Ein Projekt von Margit Schreiner

24.06.2019 bis 28.05.2020 Nach Margret Kreidl konnte die Autorin Margit Schreiner als...

Tipp
OUT NOW – flugschrift Nr. 28 von FRANZOBEL

Der Österreicher selbst macht dem Österreichertum einen Strich durch die Rechnung, so dass es nicht...