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Cross the Order – über Geografien im Kopf und Orte im Nirgendwo


Festivalsujet: Patrick Pilsl alias Martin Dean / zu sehen in der Ausstellung imaginäre geografien, von 2.11.2017 bis 28.02.2018 in der schule für dichtung, 1070, Mariahilferstraße 88a/stiege III/7

Raphaela Edelbauer, Foto: © Victoria Herbig

Ursula Timea Rossel, Foto: © Adrian Moser

Philip Dröge, Foto: © Anna van Gelder

Sujet Idiotenklasse mit Judith Nika Pfeifer, Foto: © Merlin Nadj-Torma

Jörg Lukas Matthaie, Foto: privat

Sa, 04.11.2017

Festival mit Lectures, Lesungen & Performances | eine Kooperation von Literaturhaus Wien und schule für dichtung

18.00 Uhr
Begrüßung: Fritz Ostermayer (künstlerischer Leiter der schule für dichtung und Cross the Order Kurator)

Raphaela Edelbauer (Wien) – Lesung
Entdecker – eine Poetik (Klever, 2017), das Debüt der jungen Wiener Dichterin, ist nichts weniger als eine literarische Sensation, ein Wort- und Weltschöpfwerk auf Augenhöhe mit den Größten der pataphysischen Zunft: Raymond Roussel, Raymond Quenau, George Perec. Für unser Festival wahrlich von Bedeutung: Neben wissenschaftlichen Disziplinen wie theoretische Physik oder Anatomie wird auch die Kartografie einer wahnwitzigen poetischen Zerreißprobe unterzogen. Am Ende sieht man vor lauter Karten gar kein Land mehr: eine geniale Überforderung. Wie irre!

18.45 Uhr
Ursula Timea Rossel (Waadtland/Schweiz) – Lesungsperformance
Ein ordentliches Vermessungs-Festival braucht auch eine Kryptogeografin. Nie gehört? Die Schweizer Dichterin Ursula Timea Rossel ist so eine. Die von ihr 2006 gegründete Kryptogeografische Gesellschaft beschäftigt sich mit verborgenen und geheimen Dingen auf und in der Erde und um die Erde herum: der Kryptogeograf weiß sich nicht zu helfen und schwitzt wie ein Tier, blutet aus vielen Wunden, Tränen brechen ihm aus allen Löchern ... er türmt immer originellere Errata auf, tritt in die noch unerforschten Fettnäpfchen und erklärt in immer neuen Girlanden, was er selber eigentlich auch nicht versteht, aber umso stürmischer liebt. Motto dieser merkwürdigen Gesellschaft: das Gute liegt nie nah! Es ist vielmehr sehr weither geholt. Wie abgespaced!

19.45 Uhr
Philip Dröge (Amsterdam) – Lecture und Lesung
Niemandsland – die unglaubliche Geschichte von Moresnet, einem Ort, den es eigentlich gar nicht geben durfte (Piper, 2017), so heißt das Buch des niederländische Autors und Wissenschaftsjournalisten Philip Dröge über das unbekannteste und unfassbarste (Nicht-)Staatengebilde Europas, das länger als die Sowjetunion existierte und trotzdem kein Schwein kennt: Neutral-Morsenet (1816–1919), 3,4 km² groß und bekannt auch als der "Wilde Westen Mitteleuropas". Spannender und unterhaltsamer kann Geschichte- und Geografieunterricht nicht sein. Wie mirakulös!

20.30 Uhr
die sfd-Klasse der idioten (Berlin/Wien) – Intervention etc.
Die sfd-Klasse der Idioten unter der Leitung von Jörg Lukas Matthaei und Judith Nika Pfeifer präsentiert die (poetischen?) Resultate ihres psychogeografischen Herumstreunens durch prekäre Wiener Un- und Nicht-Orte: Dem Rapid-Ultras-Sektor im Allianz Stadion? Dem Opus Dei-Hauptquartier in der Kirche St. Peter? In Ulrich Seidls Hundstage-Peripherie? In Hinterhofmoscheen in Favoriten? In Swingerclubs in Grinzing? Und: Könnte der Friedhof der Namenlosen am Alberner Hafen für eine moribunde Nekro-geografie nicht auch von Interesse sein? Wie herrlich deppert! Info & Anmeldung zur Klasse: sfd.at/idioten

Raphaela Edelbauer, geb. 1990 in Wien, studierte Sprachkunst an der Angewandten in Wien, wo sie auch lebt und arbeitet. Im Frühjahr 2017 hat sie mit Entdecker (Klever Verlag) ihr viel beachtetes Buchdebüt vorgelegt. raphaelaedelbauer.com

Ursula Timea Rossel wurde 1975 in Thun geboren hat an der Zürcher ETH Agronomie studiert. 2006 gründete sie die Kryptogeographische Gesellschaft, die seither zu einem Kompetenzzentrum für integrative Mystik und Wissenschaft, universale Ansätze, sattelfeste Tradition, dauerhafte Qualität und tiefempfundenen Nonsens auf höchstem Niveau herangewuchert ist und ein Faultier im Wappen trägt.
2011 erschien ihr Roman Man nehme Silber und Knoblauch, Erde und Salz (bilgerverlag), der mit dem Literaturpreis des Kantons Bern ausgezeichnet wurde und auf der Shortlist für den Rauriser Literaturpreis stand. Ursula Timea Rossel
lebt im Waadtland.

Philip Dröge ist ein niederländischer Buchautor, Journalist und Schriftsteller. Er schreibt für verschiedene Zeitschriften und tritt regelmäßig im Radio und im Fernsehen in Diskussionsrunden zu aktuellen und politischen Fragen auf. Er veröffentlichte u. a. den Bestseller Meesterspion - de spionagecarrière van Prins Bernhard (2002), Tycoons - portretten van de superrijken (2003) und Het Oranjekapitaal - een onderzoek naar het vermogen van de invloedrijkste familie van Nederland (2004). Sein 2015 erschienenes Buch Tambora über den spektakulären Ausbruch des gleichnamigen Vulkans auf der indonesischen Insel Sumbawa im Jahr 1815 wurde in den Niederlanden als "Naturbuch des Jahres" nominiert.

Der Regisseur Jörg Lukas Matthaei, geb. 1969 in Köln, arbeitet unter dem Label matthaei & konsorten mit Künstlern unterschiedlicher Disziplinen zusammen. Seit 2000 sind an die 40 Arbeiten (darunter etwa für die Wiener-Festwochen-Reihe Into the city) vielfältiger Ausrichtungen entstanden: Von Inszenierungen für die Bühne, über Installationen und Diskursproduktionen bis hin zur Entwicklung neuer Formate für urbane Landschaften. Für seine Arbeiten bespielt Matthaei Orte, welche auch im Leben ihrer Akteure oder Besucher vorkommen. Dokumentarisches wird mit Fiktionen & Lügen gekreuzt, verschoben, verdichtet und wieder in die Realität eingespeist – ein Mosaik der ganz normalen Gegenwarten, durch die wir uns täglich bewegen. Die Produktionen weisen meist ein großes Maß an Publikumspartizipation auf.

Judith Nika Pfeifer, geboren 1975, aufgewachsen in Wien und Oberösterreich, ist Kommunikations- und Sprachwissenschaftlerin. Sie schreibt Lyrik, Prosa und szenische Texte. Ihre Gedichte wurden ins Englische, Spanische, Französische, Italienische, Bosnische, Chinesische, Hindi und Malayalam übersetzt. Sie realisiert/e (transmediale) Kunstprojekte in aller Welt und erhielt u. a. den Reinhard-Priessnitz-Preis (2012) und Aufenthaltsstipendien in München, in Brandenburg und in Palliano. Sie veröffentlichte die beiden Lyrikbände nichts ist wichtiger. ding kleines du (mitter, 2012) und manchmal passiert auch minutenlang gar nichts. (Berger, 2015) sowie die Prosabände zwischen (Czernin, 2014) und Violante (Czernin, 2017). Sie lebt in Berlin und Wien.

(Eine Kooperation von Literaturhaus Wien und schule für dichtung)


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