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Leseprobe: Andreas Okopenko - "Erinnerung an die Hoffnung."

Meine Muttersprache ist deutsch. Dennoch: Ich habe keine Grundsprache. Was ich spreche, ist keineswegs Burgtheaterdeutsch oder Pragerdeutsch, ich spreche eine unter anderem österreichisch gefärbte Umgangssprache, aber wurzle nicht wie ein normaler Mensch in einem Dialekt. Darum kann ich zum Beispiel nicht schimpfen. Aber auch sonstiges Emotionelles schwer ausdrücken. Gymnasialkollegen prophezeiten mir zum Beispiel, ich würde nie schmusen können. Und das ist eigentlich in Erfüllung gegangen. Ich bin ein Sprachkrüppel, das ermöglicht aber bei positiver Lebenseinstellung wie jede Krüppelhaftigkeit auch Vorteile. So habe ich weitgehend meine Unabhängigkeit von der geläufigen Phrase, auch vom sogenannten liebenswürdigen österreichischen Sprachdenken, und dies zeigt sich sogar in einem zwischen Reichsbrücke und Dürnstein spielenden Buch wie dem "Lexikon-Roman" und in künstlichen Dialektgedichten. Ich eigne mich zu einer kühlen verfremdenden Sprachtechnik, und dies wirkt, wie man weiß, auch wieder auf das Denken zurück. Es ist eben bei mir kein von der Zunge schlüpfendes "liabs klaans Laternderl", sondern eine "grüngelbstichige Seitenkleinbeleuchtung".

© 2008 Klever Verlag, Wien.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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