Leseprobe: Andreas Okopenko - "Traumberichte"

Mußte in Zürich einen Acker pflügen. Der lag unter den Brettern eines Fußbodens. Am Eingang von Zürich stand ein Mann mit großer Nase wie Moldovan. Es war schon spät am Abend. (S. 20)

Registriermädchen.

Ich träumte eines Morgens von den Registriermädchen in der Ionosphäre. Ich war erstaunt, daß es dort Menschen gab; ich hatte mir die Ionosphäre immer voll sehr kleiner Kugeln und elektromagnetischer Wellen vorgestellt. Die Mädchen aber waren sogar sehr nett und führten mich im Arbeitssaal herum. Eine, in kurzem Mantel, mit einem grellroten und einem grellblauen Kugelschreiber nahe der Brust, hängte sich in mich ein und sagte, das wäre nun definitiv. Ich wußte zwar, ich würde bald eine überwältigende Kartei aus endlos vielen niedrigen weißen Karten mit grellbunten Reitern sehen. Aber all das war nichts gegen dieses Glück der Geborgenheit. Kann ich jemals klarmachen, wie glücklich ich war? (S. 106)

(c) 1998, Blattwerk, Linz.
Publikation mit freundlicher Genehmigung des Verlags.