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Leseprobe: Martin Prinz - "Ein Paar"

(S. 56 f)

Susanne hatte es noch genau im Ohr, das gleichmäßige und monotone Geräusch der Pumpen, zu dem die Bergmänner durch den unbeschädigt gebliebenen Förderstollen weiterhin in den Berg hinuntergefahren waren. Tatsächlich hatte es so gewirkt, als habe man die Situation im Griff. Obwohl der Krater weiterhin größer geworden und auch das Haus immer weiter darin abgerutscht war.
Doch gerade die Bewegung des Hauses war eine gewesen, die man nicht zuletzt aufgrund ihrer Gleichmäßigkeit mit freiem Auge kaum ausnehmen hatte können. Auch wenn Susanne dessen Abgleiten jetzt so deutlich vor Augen zu haben glaubte. Doch das war nur eine Art Fast-Forward des Rückblicks.
In Wirklichkeit waren es allein die Risse an den weißen Hausmauern gewesen und die Erinnerung, wo es noch vor einer Stunde gestanden war, die das Abrutschen angezeigt hatten. Während man das, was unter Tag geschah, als Laie nicht einmal ahnen hatte können, schon gar nicht, dass die anderen Kumpel unterdessen in weit tiefere Regionen des Werks als die des Frühstücksraums geschickt worden waren.
Schon nach kurzer Zeit waren außer ihr noch eine ganze Menge anderer Journalisten vor Ort gewesen. Alle hatten das Haus der jungen Familie fotografiert, auch sie. Doch war sie, anstatt das Haus aus möglichst großer Nähe zu fotografieren, den Hang hinter dem Krater hinaufgestiegen. Ganz automatisch, ohne dass sie darüber viel nachgedacht hätte, und plötzlich hatte sie ihr Bild gehabt. Mit den saftigen Futterwiesen rund um das Loch, so als wären sie nicht von dieser Welt. Als bestünde die Welt nur mehr aus diesem kleinen weißen Haus. Mitten auf einem grünen Wiesenmond, in dessen Unversehrtheit der Krater und das weiße Haus in jeder Sekunde verschwänden. Wenn sie es nicht auf der Stelle festhielte.

© 2007 Jung und Jung, Salzburg-Wien.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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