Leseprobe: Gerhard Ruiss, Oswald von Wolkenstein - "Herz, dein Verlangen."

Herz, dein Verlangen

Herz, dein Verlangen,
dich umfangen
will gelernt sein.
Vertrau,
schau,
Frau,
nächste mir von allen.

Von ganz von oben
bis nach unten
eng umschlungen,
Herz, Hand
langt
kaum,
kommst du erst in Wallung.

Ei, wer sagt denn, daß
ich so etwas
sein ließ jemals,
schwank ich,
fang,
lenk
mich, ich will sanft fallen.

(S.16)


© 2008 Folio, Wien-Bozen.