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Christian Ide Hintze (1953-2012)

Ein Nachruf von Gerhard Ruiss

Copyright: schule für dichtung/andy urban


Link zur Autorenbiografie

Unser Freund, der mit uns Auseinandersetzung um Auseinandersetzung zur Verbesserung der Bedingungen der Literaturproduktion in Österreich durchgestanden hat, unser Kollege und Mitglied aus den frühesten Tagen der Selbstorganisation der Schriftsteller in Österreich, der mit uns gemeinsam jahrzehntelang für die Rechte der Autoren eingetreten ist, der unermüdlich für die Dichtung trommelnde Organisator von Veranstaltungen und Auftritten der Schule für Dichtung in Wien, der Sprecher, Sänger und Dichter Christian Ide Hintze ist von uns gegangen.

Er hat sich auf nichts eingelassen, dem er sich nicht ausgesetzt hat, in seinen Anfängen als Straßendichter und später als Teil all dessen, das er organisiert hat, an der Seite der von ihm verehrten und zu den Vorlesungen an der Schule für Dichtung eingeladenen Dichterinnen und Dichter. Er hat Straßendemonstrationen von Autoren und Konzertsaaldemonstrationen von Straßenmusiker/inne/n organisiert, er hat beim Ersten österreichischen Schriftstellerkongreß 1981 eine Brandrede zur Verbesserung der soziale Lage der Künstler vor einem zum Schweigen verurteilten Podium aus Politikern, Medien- und Gewerkschaftsvertretern gehalten und hat sich unentwegt gegen politische Bevormundungen der Sprache und Autoren eingesetzt.

Vielleicht ist bei all seinen Aktivitäten sein Werk immer ein wenig zu kurz gekommen, wahrscheinlich aber nicht, weil er so wie von allem Anfang an als Straßendichter den Prozeß der künstlerischen Arbeit immer dem fertigen Werk vorgezogen hat. Dennoch und trotzdem liegen zahlreiche Arbeiten von ihm vor, auf so gut wie allen denkbaren Trägermedien. Sie hätten nur dann mehr werden können, wenn er nicht jetzt schon, so früh und überraschend von uns gegangen wäre und wenn er nicht ein stets unruhiges Leben einem Leben in Ruhe vorgezogen hätte.

Christian Ide Hintze hinterläßt mehr als „nur“ ein schriftstellerisches Werk, er hinterläßt mit der Schule für Dichtung eine Einrichtung und Initiativen und Aktionen, die in ihrer Art einzigartig sind, und er hinterläßt viele, die um ihn trauern.

Wir verneigen uns vor einem großen Lebenswerk, das immer der Dichtung gegolten hat und über weite Strecken am wenigsten seinem eigenen Fortkommen und Schreiben.


Wien, 13.2.2012



 


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